Masern-Impfpflicht kommt …


Stand: November 2019

Prüflinge aufgepasst!

Der Bundestag hat am 14.11.2019 eine Impflicht gegen Masern beschlossen:
Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention" (Masernschutzgesetz).

Impfkalender 2019 inkl. Masern
Doctor making a vaccination

Masern-Impfpflicht: Das sollten Sie wissen!


Masern-Impfpflicht kommt …

Der Bundestag hat am 14.11.2019 eine Impflicht gegen Masern beschlossen:
Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention" (Masernschutzgesetz).

 

Am 14. November 2019 wurde die Einführung einer Impfpflicht gegen Masern für Kinder und Personal in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten und Schulen in Deutschland vom Bundestag beschlossen.

Die Impfpflicht wird am 1. März 2020 in Kraft treten.

Eltern müssen künftig die Impfung ihrer Kinder nachweisen, bevor sie in Kindergärten oder Schulen angemeldet werden können.

Die Impfpflicht besteht auch für das Personal in Kitas, Tagesmütter, in medizinischen und in Gemeinschaftseinrichtungen wie z. B. Flüchtlingsunterkünften.

 

Das Gesetz sieht vor, dass Eltern, die ihre in einer Einrichtung betreuten Kinder nicht impfen lassen, mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro belegt werden können. 

Von der Kita können die Kinder ausgeschlossen werden (von der Schule - wegen der allgemeinen Schulpflicht - nicht). 

Auch Kindertagesstätten, die nicht geimpfte Kinder betreuen, können mit einem Bußgeld bestraft werden.

Mitarbeiter in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen können nicht mehr dort arbeiten, wenn sie die Impfung gegen Masern verweigern.

 

Einige Zusatzinformationen:

Eine Impfpflicht liegt dann vor, wenn eine Schutzimpfung als Präventivmaßnahme für Menschen oder Tiere gesetzlich vorgeschrieben ist.

Rechtsgrundlage für die Impfpflicht ist seit 2001 § 20 Abs. 6 und Abs. 7 Infektionsschutzgesetz, der die Einführung der Impfpflicht über eine einfache Rechtsverordnung vorsieht:

(6) Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates anzuordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben, wenn eine übertragbare Krankheit mit klinisch schweren Verlaufsformen auftritt und mit ihrer epidemischen Verbreitung zu rechnen ist. Das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz) kann insoweit eingeschränkt werden. […]

 

Aus wissenschaftlicher Sicht gilt der Nutzen der Masernimpfung als gesichert. Masern sind eine hochansteckende Erkrankung. Das Krankheitsbild kann u.a. zu schweren Hirnhautentzündungen führen und potentiell tödlich sein. 

Theoretisch könnte das Masernvirus wie zuvor das Pockenvirus - vom Erdball verschwinden.

Der Mensch ist sein einziger Wirt, eine weltweit hohe Impfquote (> 95 %) könnte dem Erreger den Boden entziehen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausrottung der Masern als machbar bezeichnet. Bislang haben etwa 50 Länder - darunter alle Staaten Nord- und Südamerikas - die dafür nötige Impfquote erreicht. Vor kurzem kam Sri-Lanka hinzu. Deutschland hinkt der erforderlichen Impfquote seit Jahren hinterher.

 

Ethisch ist jede Impfpflicht kritisch zu hinterfragen: Der deutsche Ethikrat hat sich gegen eine Rechtspflicht ausgesprochen: 

https://www.ethikrat.org/mitteilungen/2019/deutscher-ethikrat-massnahmenbuendel-zur-erhoehung-der-masernimpfquote-statt-allgemeiner-impfpflicht/

Bedenklich ist auch die Tatsache, dass in Deutschland zurzeit nur ein Dreifach - (bzw. Vierfach-) Impfstoff zur Verfügung steht: Mumps, Masern, Röteln, (Windpocken). Damit wird die Impfpflicht de facto auf Röteln und Mumps ausgeweitet.


Seit Jahrzehnten betreuen wir Heilpraktiker auf ihrem Weg zur Heilpraktikerprüfung am Gesundheitsamt. Es zeigte sich immer wieder, dass es Themen mit besonderer Prüfungsrelevanz gibt. 
Hierzu zählen aus unserer Sicht insbesondere das Thema Impfen sowie das Infektionsschutzgesetz mit den meldepflichtigen Krankheiten und Krankheitserregern.

Fundierte Kenntnisse zu diesen Themen sind unabdingbare Voraussetzung für das Bestehen der Heilpraktikerprüfung.
Wir haben Ihnen deshalb hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Experienced general practitioner explaining medical issues

Heilpraktikerüberprüfungsleitlinien


Das Bundesminesterium für Gesundheit regelt die Überprüfungsinhalte für Heilpraktikeranwärterinnen und -anwärter.
Wer die Bekanntmachung liest wird schnell erschrocken sein über den großen Umfang der in dieser Leitlinien erwähnten Themengebiete.

Aber keine Sorge -  durch unsere langjährigen Erfahrung in der Ausbildung von Heilpraktikern sind Sie mit unserem Ausbildungsangebot auf jeden Fall auf der sicheren Seite!

Hier gelangen Sie zu den aktuellen Leitlinien
Statue of justice in front of old books

Impfen


Das Thema Impfen gehört zu den relevanten Themen in der Heilpraktikerprüfung!
Wir haben Ihnen deshalb einige wichtige Informationen hierzu zusammengestellt.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Für aktuelle Informationen zum neuesten Stand der Impfempfehlung der STIKO empfehlen wir Ihnen die Impfseiten des Robert Koch-Instituts. Hier gibt es zudem eine Reihe von Informationen zu allgemeinen Themen rund um das Impfen, wie auch zu einzelnen Impfungen.

Als zusätzlichen Bonus und für eine bessere Übersicht hat Ihnen kreawi  außerdem einen jährlich aktuellen Impfkalender speziell für Heilpraktiker zusammengestellt.
Diesen können Sie sich gerne kostenlos herunterladen.

Zum kreawi Impfkalender für Heilpraktiker Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (RKI)
Close up of a Doctor making a vaccination in the shoulder of patient

Infektionsschutzgesetz

Bei der Betreuung unserer Schüler zeigte sich immer wieder, dass das Infektionsschutzgesetz von höher Prüfungsrelevanz ist. Die Prüfer möchten wissen, ob Ihnen bekannt ist, welche Krankheiten und Krankheitserreger für Sie als Heilpraktiker meldepflichtig sind.

Kenntnisse von Gesetzestexten und Infektionskrankheiten sind unabdingbare Voraussetzung für das Bestehen der Heilpraktikerprüfung.
Wir haben Ihnen deshalb hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Infektionsschutzgesetz (Download)

 

Bundesweite Meldepflichten

Für die Krankheiten des § 6 Infektionsschutzgesetz besteht Meldepflicht und Behandlungsverbot für den Heilpraktiker, für die Krankheiten und Infektionserreger der § 7 und § 34 bestehen für den Heilpraktiker Behandlungsverbote.

Die Kataloge werden auf Bundesebene durch die Verordnung zur Anpassung der Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz an die epidemische Lage (IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung - IfSGMeldAnpV) ergänzt.

§ 8 Zur Meldung verpflichtete Personen (Download-Link)
§ 8 listet den zur Meldung meldepflichtiger Infektionskrankheiten verpflichteten Personenkreis:
--> Heilpraktiker haben eine Meldepflicht für die in § 6 gelisteten Erkrankungen!

§ 24 Behandlung übertragbarer Krankheiten (Download-Link)
nach § 24 ist die Behandlung von Personen, die an einer der in § 6... oder § 34 ... genannten übertragbaren Krankheiten erkrankt oder dessen verdächtig sind oder mit einem Krankheitserreger nach § 7 infiziert sind ...nur Ärzten gestattet.
--> Heilpraktiker haben für diese Krankheiten und Erreger Behandlungsverbot!

§ 6 Meldepflichtige Krankheiten (Download-Link)
Meldepflicht und Behandlungsverbot für Heilpraktiker

§ 7 Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern (Download-Link)
Behandlungsverbot für Heilpraktiker

§ 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes (Download-Link)
Behandlungsverbot für Heilpraktiker

 

Bundeslandspezifische Meldepflichten

Hinzu kommen in den einzelnen Bundesländern Gesetze und Verordnungen, die die Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz erweitern.

Das Robert-Koch-Institutes (RKI) führt eine Übersicht über alle bundeslandspezifischen Meldepflichten.