Bei den Voraussetzungen für eine Heilpraktikerausbildung kann man zwischen zwei Bereichen unterscheiden:

  • Gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzungen: Das Heilpraktikergesetz schreibt vor, welche Aspekte erfüllt sein müssen um überhaupt zur Überprüfung am Gesundheitsamt zugelassen zu werden.
  • Persönliche Voraussetzungen: Eigenschaften die Sie mitbringen sollten um als Heilpraktiker mit Ihrem Beruf glücklich zu werden.

Obwohl Prüfung und Ausbildung von Heilpraktikern nicht auf Bundes- sondern auf Landesebene geregelt sind, gelten diese Grundvoraussetzungen bundesweit gleichermaßen. Ebenso gelten Sie sowohl für die Zulassung zum Allgemeinen Heilpraktiker, wie auch für die Überprüfung zum Heilpraktiker für Physiotherapie (Sektoraler Heilpraktiker) bzw. dem Heilpraktiker für Psychotherapie (Kleiner Heilpraktiker). Bitte beachten Sie dennoch, dass sich Details zur Antragsstellung je nach prüfendem Gesundheitsamt unterscheiden können. Erkundigen Sie sich deshalb bitte stets rechtzeitig bei Ihrer regional zuständigen Behörde.

Gesetzliche Voraussetzungen


Das Heilpraktikergesetz sieht folgende Zulassungsvoraussetzungen für die Überprüfung zum Heilpraktiker vor:

Vollendung des 25. Lebensjahres

Die Tätigkeit als Heilpraktiker ist mit sehr hoher Verantwortung  verbunden. Um dieser nachkommen zu können, ist eine gewisse charakterliche Reife notwendig. Natürlich gibt es zweifellos auch viele jüngere sehr verantwortungsvolle Menschen. Im Zusammenhang mit dem Heilpraktikerberuf wurde jedoch die Altersgrenze von 25 als Grundvoraussetzung für einen entsprechend gefestigten Charakter gewählt.

Mindestens Hauptschulabschluss

Alle Heilpraktikeranwärter/innen müssen einen abgeschlossenen Schulabschluss nachweisen. Mindestens einen Hauptschulabschluss. Wer keine abgeschlossene Schulausbildung hat, kann diese in Deutschland jedoch mittlerweile auf vielerlei Art und Weise nachholen. So gibt es regionale Angebote von Abendschulen und Berufskollegs. Aber auch Fernschulen und Onlinekurse ermöglichen einem einen anerkannten Schulabschluss zu erwerben.

Polizeiliches Führungszeugnis

Voraussetzungen für die Zulassung zur Überprüfung zum Heilpraktiker ist zudem ein vorstrafenfreies Führungszeugnis. Schwere strafrechtliche Verfehlungen schließen die Zulassung aus. Das Führungszeugnis muss persönlich bei der jeweiligen örtlichen Meldebehörde angefordert werden. Hierzu ist das Vorzeigen des Reisepasses oder Personalausweises nötig. Der Antrag wird dann von der regionalen Behörde an das Bundeszentralregister in Bonn übersandt, die das bundesweite Vorstrafenregister führt und die Führungszeugnisse erstellt.

Wer über einen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion verfügt und ein Kartenlesegerät inklusive entsprechender App zum Auslesen des Ausweisdokumentes besitzt kann das Führungszeugnis auch online unter folgendem Link beantragen https://www.fuehrungszeugnis.bund.de/

Gesundheitszeugnis

Hierzu muss ein ärztliches Attest vorgelegt werden aus dem hervorgeht, dass keine schweren Krankheiten und Süchte vorliegen. Hierzu zählen z.B. dauerhaft ansteckende Krankheiten. Das Attest kann in der Regel von jedem niedergelassenen Arzt (Ausnahme Zahnarzt) ausgestellt werden. Teilweise gibt es hierzu bei den prüfenden Gesundheitsämtern spezielle Formulare die genutzt werden müssen. Ebenso sind teilweise Fristen vorgegeben, so dass das Attest bei Antragsstellung z.B. nicht älter als drei Monate sein darf.

Aufenthalts- sowie Arbeitserlaubnis

Bei ausländischen Mitbürgern muss eine gültige Aufenthalts- sowie Arbeitserlaubnis vorliegen

Persönliche Voraussetzungen


Doch wie vermutlich bei allen Berufen, macht weder das Erfüllen der Zulassungsvoraussetzungen noch das erfolgreiche Bestehen der Heilpraktikerprüfung allein einen guten Heilpraktiker aus. Ein ganz wesentlicher Aspekt dafür, dass Sie als Heilpraktiker zufrieden und erfolgreich sind ist Ihre Persönlichkeit.
Folgende Punkte sind hierbei besonders wichtig:

Begeisterung auch für die theoretischen Grundlagen der Medizin

Die Heilpraktikerausbildung besteht aus einem sehr umfangreichen Spektrum medizinischen Wissens. Wer hieran kein Interesse hat, wird es schwer haben den Lernstoff erfolgreich zu verinnerlichen. Auch nach der Prüfung ist es natürlich wesentlich dass Sie sich mit Fortbildungen und Lehrmitteln auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft halten.

Einfühlungsvermögen

Zusätzlich zum reinen Fachwissen ist es für Sie als Heilpraktiker von großer Bedeutung, dass Sie in der Lage sind, sich in Ihre Patienten hineinzuversetzen. Es ist wichtig, dass Sie die Gefühle Ihres Gegenübers verstehen und nachvollziehen können weshalb er so empfindet. Dazu gehört auch, dass Sie mit großem Fingerspitzengefühl agieren und auch in schwierigen Situationen den richtigen Ton treffen, so dass Ihr Patient Ihnen vertrauen kann und sich verstanden fühlt.

Freude am Umgang mit Menschen

Der Kontakt mit Ihren Patienten wird den Großteil Ihres Berufsalltags in Anspruch nehmen. Es ist deshalb wichtig, dass Ihnen der Umgang mit Menschen Freude bereitet.

Offen gegenüber Neuem

Als Heilpraktiker werden Sie eine Vielzahl von Menschen mit ganz unterschiedlichen Beschwerden behandeln. All diese Menschen bringen Ihre eigene, ganz persönliche Geschichte mit. Häufig wird sich diese ganz entscheidend von Ihren eigenen Erfahrungen und Ihrer eigenen Lebensgeschichte unterscheiden. Hier ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Patienten vorurteilsfrei und tolerant gegenüber treten. Fühlt sich Ihr Patient vorverurteilt, wird keine Atmosphäre entstehen in der er sich Ihnen gegenüber öffnen kann. Dies ist aber die Grundvoraussetzung dafür, dass Sie ihm helfen können.

Kommunikationsfreude

Das Gespräch mit dem Patienten ist ein ganz wesentlicher Bestandteil des Alltags als Heilpraktiker. Je nach Krankheitsbild ist der Dialog mit dem Patienten ein, wenn nicht sogar der entscheidende Teil der Therapie. Nur wer gerne spricht, sich auch sprachlich gut auf sein Gegenüber einstellen kann, aber dennoch auch ein guter Zuhörer ist, wird im Heilpraktikerberuf seine Erfüllung finden.