Die Lösung zur Blickdiagnose
Bei der Patientin zeigen sich
- Eine Struma Grad 3 (schon lokale venöse Stauungszeichen erkennbar) und
- eine Lippenzyanose
Auszug aus dem Lehrbuch für Heilpraktiker von Kreativität & Wissen
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STRUMA - "Kropf"
Def.:Struma ist die Bezeichnung für jede Vergrößerung der gesamten Schilddrüse oder von Teilen des Organs unabhängig von Pathogenese, Funktionslage, Gut- oder Bösartigkeit. Eine Struma kann mit normaler (euthyreoter), verminderter (hypothyreoter) oder erhöhter (hyperthyreoter) Hormonproduktion einhergehen.
Die euthyreote Struma ist die häufigste endokrine Erkrankung, mehr als 90% aller Schilddrüsenerkrankungen sind euthyreote Strumen, Frauen sind 4-8 x häufiger betroffen als Männer.
Ät.:
- endemisch: mehr als 15% (bis 30%) der Bundesbürger haben einen „Jodmangel”-Kropf. Deutschland ist ein Jodmangelgebiet (täglicher Jodbedarf: 150-300µg).
- erhöhter Schilddrüsenhormonbedarf: Pubertät, Schwangerschaft u. a.
Kl.:
Eine Struma wird nach ihrer Größe in verschiedene Stadien eingeteilt:
I a = nur ein Knoten bei normal großer Schilddrüse,
I b = Struma nur bei überstrecktem Hals sichtbar,
II = Struma ist bei normaler Kopfhaltung gut sichtbar,
III = Struma mit lokalen Stauungs- und Kompressionszeichen (z. B. Stridor).
Typisch für eine Struma ist die tastbare, schluckbewegliche Masse am Hals, etwas unterhalb des Ringknorpels, vor der Luftröhre.
Komplikationen:
- Kompression/Verdrängung der Luftröhre
- Entwicklung einer Schilddrüsenautonomie: Abhängig vom Strumaalter, der Strumagröße und evtl. knotiger Umwandlungen zeigt die Jodmangelstruma eine zunehmende Tendenz zur Entwicklung einer TSH-unabhängigen, nicht mehr dem Regelkreis unterworfenen, sog. funktionellen Autonomie. Hieraus kann sich dann eine Hyperthyreose entwickeln.
Dg.:
Anamnese, Klinik, Labor (TSH, T3, T4), Schilddrüsensonografie, Röntgenthorax (gibt Informationen über hinter dem Brustbein gelegene Strumaanteile = retrosternale Struma und über evtl. Verdrängung der Luftröhre), Szintigrafie der Schilddrüse (zur Aufdeckung autonomer Bezirke)
Th.:
- konservative Therapie: Substitution mit Schilddrüsenhormonen (150 µg Levothyroxin) u./o. Jodid (400 µg Jodid),
- operative Therapie: Indikation: große Knotenstruma, Malignomverdacht, Strumen mit autonomen Bezirken,
- Bestrahlung mit Radiojod.
Prophylaxe:
Jodierung des Speisesalzes. (Die Schweiz hat dadurchdie Strumahäufigkeit innerhalb von 60 Jahren von 30% auf 3% gesenkt.) Schwangere sollten mit 200µg Jodid/Tag substituiert werden.


