Rezeptfreie Medikamente: viele taugen nichts ...

Etwa zwei Drittel der Deutschen gehen bei Gesundheitsproblemen nicht zum Arzt, sondern gleich in die Apotheke.

Dort geben sie pro Jahr 4,3 Milliarden Euro für nicht verschreibungspflichtige Arzneien aus.

680 Millionen von 1,6 Milliarden Packungen, die in Apotheken verkauft werden, erwerben Verbraucher auf eigene Kosten.

Fast die Hälfte aller in der Apotheke käuflichen Medikamente taugen jedoch nichts: Zu dieser Beurteilung kommt eine 28.11.2002 veröffentlichten Untersuchung der "Deutsche Stiftung Warentest". Sie beurteilt rund 40 Prozent der rezeptfreien Präparate als "wenig geeignet", manche sogar als schädlich. Bekannte Medikamente wie die Schmerzmittel Thomapyrin und Togal, das Grippemittel WICK MediNait und die Halsschmerztablette Frubienzym fallen unter die Rubrik „wenig geeignet“.

Auf teure rezeptfreie Mittel gegen Altersbeschwerden wie Doppelherz oder Ilja Rogoff kann nach Ansicht der Fachleute wegen fehlendem Wirkungsnachweis ebenso verzichtet werden wie auf Präparate gegen Sexualstörungen (Potenzholz, Vitamin E) oder gegen Ohrenschmerzen (Otalgan, Otodolor). Gewarnt wird auch vor Mitteln gegen Akne, die Schwefel enthalten und selbst Akne auslösen können. Für sinnvoll erachteten die Gutachter dagegen fast alle frei verkäuflichen Präparate zur Raucherentwöhnung.

Dezember 2002

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