Vaginalcreme als Schutz vor HIV-Infektion...
Eine US-amerikanische Studie an Rhesusaffen zeigt, dass ein Schutz vor einer HIV-1-Infektion durch die Anwendung einer Vaginalcreme erzielt werden kann.
Auf die Vaginalschleimhaut von 15 Affenweibchen wurde unter Narkose unterschiedlich stark konzentrierte Lösungen von PSC-RANTES, einem künstlich veränderten Zellbotenstoff, der das Eindringen von HIV-1 verhindert, aufgetragen. Fünf dieser Versuchstiere wurden mit der unverdünnten Lösung behandelt, bei fünf war die Konzentration auf ein Drittel, bei weiteren fünf auf ein Zehntel verdünnt. Bei 15 Kontrollweibchen wurde Placebo auf die Scheidenschleimhaut aufgebracht. 15 Minuten nach der Behandlung wurde die Schleimhaut mit HIV-1-Viren benetzt.
In Abhängigkeit von der Konzentration der aufgetragenen PSC-RANTES-Lösung zeigte sich folgende Infektionshäufigkeit:
- Auftragen der unverdünnten Lösung: keine Infektion bei den 5 Weibchen
- Auftragen der auf ein Drittel verdünnten Lösung: 1 Infektion bei den 5 Weibchen
- Auftragen der auf ein Zehntel verdünnten Lösung: 2 Infektionen bei den 5 Weibchen
- Kontrollgruppe (Placebo): 11 Infektionen bei 15 Weibchen
Die Wirkung von PSC-RANTES könnte darauf beruhen, dass entweder die Anzahl der Andockstellen für das HIV-1-Virus verringert wird oder die Andockstellen blockiert werden.
Nach Ansicht der Wissenschaftler sei mit diesen Untersuchungen ein Ansatz für die Entwicklung von Vaginalcremes zum Schutz vor HIV-Infektionen gezeigt worden. Gerade in Regionen, in denen Kondome kaum benutzt werden, könnte eine Vaginalcreme zum Auftragen die Ansteckung von Frauen deutlich reduzieren.

