Patienten schätzen Akupunktur und Homöopathie ...
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat in Heft 9 der Gesundheitsberichterstattung des Bundes erstmals die Ergebnisse zweier mehrjähriger wissenschaftlicher Alternativmedizin-Studien (Modellvorhaben) des IKK-Bundesverbandes (seit 1995) und der Betriebskrankenkassen Essen/Köln (1994 bis 1998/1996 bis 2001) zusammengeführt und analysiert.
Die wissenschaftliche Auswertung des RKI ergab: weniger krankengeldpflichtige Ausfallzeiten und eine nachhaltige Verbesserung des subjektiven Gesundheitszustandes. Außer Akupunktur gegen Kopf- und Rückenschmerzen halfen den chronisch Kranken vor allem homöopathische medikamentöse Heilverfahren.
Der zu Behandlungsbeginn hohe Anteil an chronischen Patienten (19 Prozent) mit krankengeldpflichtigen Arbeitsunfähigkeits(AU)-Dauern nahm binnen drei bis vier Jahren auf 12 bis 13 Prozent ab. Die Zahl der AU-Tage sank durchschnittlich um mehr als 20 Prozent, von anfangs 31 bis 32 Tagen auf 23 bis 24 Tage.
Umfragen (Techniker-Krankenkasse) untermauern die wachsende Popularität alternativer Heilmethoden: 72 Prozent der Deutschen wünscht alternative Methoden als Ergänzung zur Schulmedizin; 90 Prozent, die Alternativmedizin ausprobiert haben, würden sie weiter empfehlen. Allerdings: Bei schwerwiegenden Erkrankungen erscheint es 80 Prozent der Befragten gefährlich, sich auf Außenseitermethoden zu verlassen.
Ganz vorne in der Gunst der Patienten steht die Akupunktur. Dazu hat die Securvita BKK Zahlen vorgelegt: Allein die Kosten für Akupunktur machten im Jahr 2000 mit circa 1,2 Millionen Euro fast die Hälfte der Ausgaben für alle alternativen Therapien aus. Insgesamt gab Securvita für alternative Therapien ein Sechstel der Gesamtkosten für die ärztliche Behandlung aus; die lagen bei etwa 17,6 Millionen Euro.
Aber die Konkurrenz für die Heilpraktiker wird immer größer (wenn es Geld dafür gibt ...):
Parallel zu dieser Entwicklung nahm die Zahl der Ärzte, die alternative Untersuchungs- und Heilmethoden in ihrer Praxis einsetzen, im vergangenen Jahrzehnt ebenso zu wie die Inanspruchnahme durch die Patienten. Die Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren führten 1995 erst 5680 Ärzte, im Jahr 2000 waren es 10 746. Bei der Bundesärztekammer waren 1994 lediglich 2400 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung "Homöopathie" registriert. Sieben Jahre später waren es mit 4490 fast doppelt so viele.
Der Studie ist wohl auch indirekt zu entnehmen, dass für einen Großteil der Patienten Erfahrungswissen eine weitaus größere Bedeutung hat als wissenschaftliche Studien.
(Unsere Schüler wissen, dass Kreativität & Wissen hier eine deutlich andere Meinung lehrt: "Erfahrungsheilkunde ist die Summe getrübter Erinnerungen ...")

