Schlafstörungen: Risiken und Behandlungsmöglichkeiten...
Höhere Unfallgefahr durch Schlafstörungen
Beim Jahreskongress der "European Respiratory Society" wurde ein höheres Unfallrisiko bei Schlaf-Apnoe-Patienten beleuchtet. Diese Patienten leiden unter Tagesschläfrigkeit und verursachen 2,5mal so viele Unfälle wie gesunde Menschen.
Man geht davon aus, dass in den USA Schlaf-Apnoe bei ca. 810.000 Unfällen und 1.400 Todesopfern eine Rolle spielt. Diese Zahl könnte erheblich reduziert werden, wenn die betroffenen Menschen behandelt würden. Die geschätzten Kosten dieser Unfälle betragen 13 Milliarden Euro, sie wären nur noch halb so hoch, wenn die Schlaf-Apnoe-Patienten nachts eine Atemmaske tragen würden.
Nach Aussagen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) leiden in Deutschland ca. 800.000 Menschen unter einer ernsten Schlaf-Apnoe, meist Männer zwischen 30 und 70 Jahren. Insgesamt rechnet man mit mehr als 8.000.000 Menschen, die in Deutschland unter Schlafstörungen leiden, etwa 5.000.000 sind behandlungsbedürftig. Auf Tagesschläfrigkeit infolge von Schlafstörungen geht in Deutschland schätzungsweise jeder vierte Unfall in Haushalt und Verkehr zurück.
Richtige Behandlung von Schlafstörungen
Eine amerikanische Studie in den "Archives of Internal Medicine" zeigte, dass sich Schlafstörungen besser und langfristiger durch eine Verhaltenstherapie als durch Medikamente behandeln lassen.
Bei der achtwöchigen Studie wurden 63 Patienten in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt eine kognitive Verhaltenstherapie, bei der die Patienten herausfinden sollen, woher ihre Schlafstörungen rühren und zum anderen lernen, sich im Bett zu entspannen und sich auf angenehme und beruhigende Gedanken zu konzentrieren, statt stundenlang wach zu liegen und zu grübeln. Die zweite Gruppe wurde medikamentös behandelt, die dritte bekam eine Kombination aus Medikamenten und kognitiver Verhaltenstherapie. Schlaftagebücher hielten Dauer und Qualität des Schlafes fest.
Nach vier Wochen zeigte sich bei der mit Verhaltenstherapie behandelten Gruppe eine um 44% kürzere Einschlafphase. Die zusätzliche Einnahme von Medikamenten ergab keine weitere Verkürzung. In der Gruppe, die nur medikamentös behandelt wurde, war die Einschlafzeit um 29% verkürzt. Placebogabe führte zu einer Verkürzung von 10%.
Am Ende der achtwöchigen Studie erzielte die Gruppe, die verhaltenstherapeutisch behandelt wurde, eine Verkürzung der Einschlafphase um 52% im Vergleich zum Ausgangswert. Bei der Gruppe, die Medikamente erhielt, wurden die Schlaftabletten zum Ende der Studie hin langsam abgesetzt, die Wirkung auf die Einschlafdauer ließ dadurch nach.
Nach Meinung der Forscher belege diese Studie, dass eine einmalige Verhaltenstherapie eine längerfristige Wirkung hat. Auch nach dem Ende der psychologischen Beratung hielt die positive Wirkung weiter an, während Schlaftabletten ständig gegeben werden müssten.

