Harninkontinenz: Schnelldiagnose und Zelltherapie...
Blasenprobleme wie plötzlich auftretender Harndrang, häufiges Wasserlassen und Urinverlust gehören für viele immer noch zu den Tabuthemen. Obwohl die Betroffenen sehr stark darunter leiden, immer weniger unternehmen und eine eingeschränkte Lebensqualität haben, traut sich nur jeder Dritte zum Arzt, nur jeder fünfte Betroffene bekommt durch Medikamente Abhilfe.
Wie beim Urologen-Kongress in Wiesbaden angesprochen wurde, spielt auch Unwissenheit eine Rolle, da Betroffene ihre instabile Blase auch einfach hinnehmen, weil sie der Ansicht sind, dass das Auftreten von Blasenproblemen mit zunehmendem Alter normal sei.
Schnelldiagnose einer Belastungsharninkontinenz
Bei Frauen stellt die Belastungsharninkontinenz die häufigste Kontinenzform dar. Ob die Inkontinenz behandlungsbedürftig ist, kann man nach Angaben von Dr. Hundertmark vom Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Altona durch eine einfache Hustenprobe in der Arztpraxis feststellen:
Die Patientin muss bei voller Blase husten. Verliert sie dabei so viel Urin, dass die verwendete Einlage um ca. 2 Gramm schwerer wird, dann sollte eine Therapie stattfinden.
Zelltherapie bei Harninkontinenz
An der Universität Innsbruck wurden Patienten, bei denen der Blasenschließmuskel nicht mehr richtig funktioniert, mit einer Zelltherapie mit körpereigenen Zellen erfolgreich behandelt.
Den Patienten, viele Frauen mit Streß- und Dranginkontinenz und Männer nach einer Prostata-Ektomie, wurde am Oberarm Muskelgewebe entnommen. Aus dem Gewebe gezüchtete Myoblasten wurden in den Blasenschließmuskel, gezüchtete Fibroblasten in atrophierte Gebiete der Schleimhaut der Harnröhre injiziert.
Nach dem Eingriff, der nur etwa 20 Minuten dauert, wurde der Schließmuskel wieder kräftiger und dicker und die Schleimhaut der Harnröhre wieder aufgebaut.
Diese Art der Therapie wurde bei 42 Inkontinenzpatienten durchgeführt, 35 Patienten benötigten nach dem Eingriff keine Medikamente und Einlagen mehr und waren wieder vollständig kontinent. Bereits vor zwei Jahren wurden die ersten Patienten mit der Zelltherapie erfolgreich behandelt und waren seither von der Inkontinenz geheilt. Bisher sind noch keine Nebenwirkungen bei dieser Methode aufgetreten.

