Erhöhte CRP-Werte durch Psychostress?...
Eine im "Psychosomatic Medicine" veröffentlichte US-amerikanische Studie beschäftigte sich mit dem C-reaktiven Protein (CRP), das als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Erhöhte CRP-Werte werden mit einem höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall assoziiert.
CRP wird bei Entzündungsprozessen im Körper gebildet und wird auch mit Arteriosklerose in Verbindung gebracht. Ein erhöhter CRP-Wert tritt u.a. bei Übergewicht, Rauchen, Diabetes, hohem Cholesterinwert und Bewegungsarmut auf.
In der aktuellen Studie wurde der Zusammenhang zwischen psychologischem Stress und dem CRP-Wert untersucht. Stress könne über eine erhöhte Noradrenalin-Konzentration zu Entzündungen führen und so eine erhöhte CRP-Konzentration bewirken.
Bei 127 männlichen gesunden Nichtrauchern wurde zum einen die Neigung zu Aggressivität und Wut anhand eines Fragebogens bestimmt, zum anderen die Tendenz zu depressiven Verstimmungen ermittelt. Beide zusammen ergaben den psychologischen Risikofaktor (PRF). Durch Blutproben wurde die Konzentration an CRP bestimmt.
Die Versuchsteilnehmer mit einem höheren PRF hatten im Vergleich zu eher ausgeglichenen Teilnehmern eine zwei bis dreimal so hohe CRP-Konzentration. Langfristig erhöhte Werte wurden besonders bei depressiven Verstimmungen beobachtet.
Zwar waren die gemessenen CRP-Werte im Vergleich zu Fieberphasen und akuten Infekten vergleichsweise niedrig (1,7 bis 3,0 mg/l im Vergleich zu über 10 mg/l), doch können sie langfristig erhöht bleiben, da psychologischer Stress lange, wenn nicht lebenslang auftreten kann. Die Forscher glauben daher, dass die infolge von psychologischen Ursachen etwas, wenn auch nicht drastisch erhöhten CRP-Werte ausreichen könnten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Immerhin erleiden viele Menschen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, obwohl sie keinen der organischen Risikofaktoren aufweisen.

