Mehr als 10.000 Suizidfälle pro Jahr in Deutschland...
Im Rahmen des internationalen Tages zur Verhinderung von Suizid (10. September) wurden auch Zahlen zur Selbstmordrate in Deutschland bekannt gegeben.
2002 nahmen sich in Deutschland 11.163 Menschen das Leben. Etwa alle 47 Minuten tritt ein Selbstmord auf. Obwohl mehr Frauen als Männer Selbstmordversuche unternehmen, sind unter den Suizidopfernd des Jahres 2002 ca. 8100 Männer und 3000 Frauen registriert. Dabei nehmen sich immer mehr ältere Menschen das Leben: etwa 37% der männlichen Opfer und mehr als die Hälfte der weiblichen Opfer waren über 60 Jahre alt.
16 Prozent der Suizide wurden von jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren begangen. In dieser Altersgruppe stellt Selbstmord die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen dar.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es jährlich weltweit ca. 1.000.000 Suizidfälle, eine Zahl die größer ist als die durch Krieg und Mord bedingten Todesfälle. Die wenigsten Selbstmorde wurden in Südamerika und den islamischen Ländern, die meisten in Osteuropa verzeichnet. Deutschland liege mit seinen Zahlen etwas unter dem europäischen Durchschnitt.
Ursachen für Selbsttötungen sind u.a. Armut, Verlust von geliebten Menschen, Probleme am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit, Probleme mit der Justiz, psychische Krankheiten wie Depressionen, sexueller Missbrauch in der Kindheit, Vereinsamung und Suchtprobleme.
Hingegen sind soziale Beziehungen und ein angemessenes Selbstwertgefühl wichtige Faktoren, die von einem Selbstmord abhalten.
Untersuchungen ergaben zudem, dass Menschen in den vier Wochen vor dem Selbstmord häufiger als sonst ihren Hausarzt konsultieren, aber meist die Suizidabsicht nicht erkannt wurde.

