75 Jahre Penicillin...

Antibiotika sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Vor 75 Jahren wurde mit der Entdeckung des Penicillins der Grundstein hierzu gelegt.

Die Entdeckung des Penicillins ist dem schottischen Wissenschaftler Alexander Fleming zu verdanken, der im September 1928 einen Belag des Schimmelpilzes Penicillium notatum, der sich unbeabsichtigterweise in einer Petrischale bildete, mit der er Bakterien anziehen wollte, genauer untersuchte. Er erkannte, dass die Schimmelpilzkolonie das Wachstum von Bakterien hemmte (die Bakterien um den Pilz herum hatten sich offenbar aufgelöst, was an der Bildung sog. "Hemmhöfe" sichtbar war). In weiteren Versuchen stellte er fest, dass der von Penicillium notatum abgegebene Stoff, den man nachfolgend "Penicillin" nannte, verschiedenste Bakterien abtöten konnte. 

Fleming selbst entdeckte zwar dadurch die Wirkung des Penicillins, den eigentlich bakterienabtötenden Wirkstoff konnte er jedoch nicht isolieren und in größeren Mengen herstellen. Dies gelang erst den Forschern Ernst Boris Chain und Howard Florey. Anfang 1941 wurde der erste Mensch mit Penicillin behandelt. Chain, Florey und der inzwischen geadelte Sir Fleming erhielten 1945 zusammen den Nobelpreis für Medizin.

Die bakterienabtötende Wirkung des Penicillin rührt von einem Eingriff in die Zellwandbildung von Bakterien her. Für den Menschen ist Penicillin beinahe ungiftig und führt nur bei einem geringen Prozentsatz der Behandelten zu allergischen Beschwerden. 

Inzwischen existieren unterschiedliche Klassen von Antibiotika, die an verschiedenen Stellen der Bakterienzelle und des Stoffwechsels der Bakterien angreifen. Jedoch werden immer mehr Bakterien resistent gegen Antibiotika, unter anderem deshalb, weil Patienten Antibiotikatherapien zu früh abbrechen und in der Vergangenheit auch leichte Erkrankungen zu unbedacht und unnötigerweise mit Antibiotika behandelt wurden. Wegen des hohen finanziellen und zeitlichen Forschungsaufwandes wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten jedoch kaum neue Antibiotikaklassen entwickelt.

Oktober 2003

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