Die 2-K(l)assen-Gesellschaft...
Das Fernsehmagazin "Umschau" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hat nachgeforscht, inwieweit Ärzte und Kliniken bei Kassen- und Privatpatienten bei der Vergabe von Untersuchungsterminen Unterschiede machen.
Insgesamt wurde bundesweit bei 30 niedergelassenen Ärzten und Kliniken nach Untersuchungsterminen gefragt. In nur 8 Fällen wurden Kassen- und Privatpatienten gleich behandelt, bei drei Ärzten bzw. Kliniken wurde der Kassenpatient wegen Überlastung komplett abgewiesen, während ein Privatpatient schon innerhalb von einigen Tagen einen Termin bekommen hätte.
In den anderen Fällen war die Wartezeit der Kassenpatienten, trotz gleichem Krankheitsbild, bis zu vier Monate länger als die der Privatpatienten. Zum Beispiel hätte eine Kassenpatientin bei der unter Umständen lebensbedrohlichen Diagnose "Blut im Stuhl" erst in knapp drei Monaten einen Untersuchungstermin bekommen, während eine Privatpatientin schon ein paar Tage später zur Darmspiegelung hätte kommen können.
In einer Praxis hätte eine Kassenpatientin durch eine zusätzliche Zahlung von 100 Euro die Wartezeit auf einen Untersuchungstermin von vier Monaten auf nur wenige Tage verkürzen können.

