Hyperhidrose: eine schweißtreibende Angelegenheit...
Bei gesunden Menschen werden drei Arten des Schwitzens unterschieden:
- Schwitzen bei Hitze oder körperlicher Anstrengung (v.a. an Kopf, Rücken, Armen und Beinen) - der Schweißfilm auf der Haut bewirkt eine Abkühlung und schützt den Körper vor Überhitzung
- "emotionales Schwitzen" durch Schmerz, Anspannung, Angst (v.a. an Handflächen, Fußsohlen und Achseln)
- Schwitzen beim Essen (v.a. Kopfregion)
Pro Tag können mehrere Liter Schweiß abgesondert werden, selbst ein Büroangestellter kann bei 30°C im Büro mehr als 1,5 Liter Flüssigkeit im Laufe seines Arbeitstages absondern, ein Leistungssportler bis zu drei Liter pro Stunde. Schweiß riecht übrigens nur dann, wenn er von Bakterien, die die Haut des Menschen besiedeln, zersetzt wird.
Ein krankhaftes, ständiges, übersteigertes Schwitzen wird als Hyperhidrose bezeichnet. Man schätzt, dass ca. 1% der Deutschen davon betroffen sind. Die genauen Ursachen sind unklar, neben psychischen Ursachen wie Stress oder Angst können auch Stoffwechsel- oder Hormonstörungen (z.B. Schilddrüsenstörungen) eine Rolle spielen.
An Hyperhidrose betroffene Menschen leiden sehr unter dem ständigen Schwitzen, haben massive soziale Probleme und Schamgefühl, ziehen sich zurück und versuchen, Schweißflecken auf Kleidern und Schweißgeruch zu verbergen. In manchen Berufen kann die Hyperhidrose auch gefährlich werden, wenn z.B. ein Elektriker ständig mit nassen Händen hantieren muss.
Gegenmaßnahmen gegen das übermäßige Schwitzen sind: Aluminiumchlorid, das auf die Schweißdrüsen aufgetragen wird, Desensibilisierung der Schweißdrüsen durch Ionophorese in einem stromdurchflossenen Wasserbad, Einsatz von Botox oder chirurgische Entfernung von Schweißdrüsen oder Abtrennung der zu den Schweißdrüsen führenden Nervenversorgungen.

