90% der Herzinfarkte vorhersagbar / Single- und Sportler-Herzen: Gefahr für plötzlichen Herztod / Herzpatienten sollten Achterbahnen meiden...

Einige Informationen und Meldungen rund um den Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC), der vor kurzem in München stattgefunden hat:

Risikofaktoren und Vorhersagbarkeit von Herzinfarkten

Gemäß der Studie "Interheart", an der 30.000 Menschen beteiligt waren, können 90% des Risikos für einen Herzinfarkt vorhergesagt werden, wenn man neun Risikofaktoren berücksichtigt. Zudem könne durch eine Änderung des Lebensstils das Risiko für Herzinfarkt um 80% gesenkt werden.

Die beiden wichtigsten Risikofaktoren Rauchen und ein abnormales Verhältnis der Blutfette machen schon die Prognose von zwei Dritteln der Herzinfarkte möglich.

Bluthochdruck, Bauchfett, fehlende Bewegung, Stress, Diabetes, Ernährung ohne Obst und Gemüse stellen die weiteren Risikofaktoren dar. Ein regelmäßiger geringer Alkoholkonsum schien eine gewisse Schutzwirkung zu haben, wobei die Gefahren des regelmäßigen Alkoholkonsums vermutlich größer sind als der Nutzen.

Nach Aussage des Studienleiters scheinen diese Risikofaktoren für jede Region, jede ethnische Gruppe, für jedes Geschlecht und jedes Alter zu gelten.

Singles erleiden häufiger einen plötzlichen Herztod

Eine dänische Studie zeigte, dass das Alleinleben von allen untersuchten sozialen Faktoren die größte Auswirkung auf den plötzlichen Herztod habe. Singles besitzen demnach ein viermal höheres Risiko für einen plötzlichen Herztod. 

Auch nach einer Herzerkrankung spiele Liebe und Partnerschaft für die Genesung eine wichtige Rolle. Dies hatten Schweizer Wissenschaftler festgestellt.

Leistungssport erhöht das Risiko für plötzlichen Herztod

Eine italienische Studie ergab, dass Spitzensportler, die regelmäßig viel und intensiv trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen, im Vergleich zu Freizeitsportlern ein 2,5fach höheres Risiko haben, am plötzlichen Herztod zu sterben. Häufige Ursachen sind angeborene und bisher nicht diagnostizierte Herzerkrankungen, bei einem Drittel der Fälle von plötzlichem Herztod spielen Herzmuskelveränderungen eine Rolle.

In Italien sind seit mehr als 25 Jahren Herzuntersuchungen von Spitzensportlern vor sportlichen Wettkämpfen vorgeschrieben. Der Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft empfiehlt nun, diese systematische Herz-Kreislauf-Untersuchungen von Leistungssportlern, bei der neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung auch ein EKG aufgezeichnet wird, europaweit einzuführen.

Sonstige Meldungen:

Herzpatienten sollten Achterbahnfahren meiden

Eine andere Meldung zum Thema "Herz" verweist darauf, dass Menschen mit Herzerkrankungen keine Achterbahnfahrten unternehmen sollten. Bei einer Achterbahnfahrt wurde bei Testpersonen ein Puls von bis zu 200 gemessen, leichte Unregelmäßigkeiten beim Herzschlag traten noch bis zu zehn Minuten nach der Fahrt auf. 

Für gesunde Menschen ist eine Achterbahnfahrt nicht problematisch, man sollte jedoch zwischen mehreren Fahrten jeweils eine Pause einlegen. Bei Menschen mit Herzschwäche oder  Menschen mit Herzrhythmusstörungen können sich durch die Achterbahnfahrt jedoch die Herzstörungen noch verstärken. Auch bestehe die Gefahr von Herzkammerflimmern. 

Menschen mit Herzschrittmachern sollten die Achterbahn meiden, da sich zum einen die Impulsgeber im Herz lösen können, zum anderen die Magnetfelder, mit denen die Wagen abgebremst werden, eine negative Wirkung auf den Herzschrittmacher haben können.

September 2004

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