Die Deutschen können sich nicht erholen...

Die Deutschen können sich nicht richtig entspannen! Das ergab eine Studie der Sporthochschule Köln sowie eine Emnid-Umfrage der Gothaer.

Gemäß der Studie der Sporthochschule Köln, die 5000 Menschen befragte, können sich 75% der Deutschen, vor allem Frauen, in ihrer Freizeit nicht erholen, sie können nach der Arbeit nicht auf Erholung umschalten und kennen keine bewusste Entspannung. Viele verschieben eine Erholung auf das Wochenende oder auf den nächsten Urlaub. Nur jeder Vierte bis Fünfte der Befragten plane bewusste Entspannungspausen in den Alltag ein.

Für den Körper seien jedoch tägliche, regelmäßige bewusste Entspannungs- und Erholungsphasen wichtig, in denen eine aktive Erholung mit Bewegung, autogenem Training oder Yoga stattfinden sollte. Auf dem Sofa zu liegen oder zu schlafen sei kein Mittel zur bewussten Entspannung. Stress baue sich nicht von selbst ab, sondern es müsse ein aktiver Stressabbau erfolgen.

Menschen, die ihre Erholung immer bis zum Urlaub verschieben, sind anfälliger für Herzinfarkte, da ihr Körper im Urlaub innerhalb von kürzester Zeit von "Hundert auf Null umgeschaltet werde". Werden auf Dauer keine Entspannungspausen eingelegt, könne es zu chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zum Burn-Out-Syndrom kommen. Bei ständigem Stress steht der Körper in dauernder Alarmbereitschaft, es wird vermehrt Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.

Auch die Emnid-Umfrage zeigte, dass den Deutschen Entspannungsphasen fehlen. Der Hälfte aller Befragten und zwei Drittel der Befragten unter 30 Jahren reiche selbst das Wochenende für einen intensiven Stressabbau nicht mehr aus. 

77% der Befragten waren zudem der Meinung dass Stress meist selbst produziert sei, 44% fühlen sich häufig gestresst, in der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren stehen sogar 69% oft unter Stress.

Die wichtigsten Entspannungsmethoden der Befragten waren Zusammensein mit Freunden (mehr als 50%), Spazierengehen (45%) und Sport (49% der Männer, 33% der Frauen). In der Altersgruppe zwischen 19 und 29 Jahren spielt zudem noch Musik hören eine wichtige Rolle (41%), Fernsehen oder der Mittagsschlaf waren nur für 23 bzw. 24% der Befragten ein Mittel zur Entspannung.

Dass Musik hören für gute Laune sorgt, liege daran, dass es eine direkte Verbindung zwischen dem Hörnerv und dem Limbischen System, dem Gefühlszentrum, geben.

Auch bestimmte Atemtechniken könnten beim Stressabbau helfen. Konzentriert man sich bewusst auf seine Atmung, atmet man doppelt so lange aus wie ein, dann kann man damit störende Gedanken verjagen.

Eine amerikanische Studie zeigte zudem, dass Menschen, die eine meditative Entspannungstechnik lernten, in den Gehirngebieten, die mit guter Laune in Verbindung stehen, eine erhöhte Hirnaktivität aufwiesen. Zudem wirke sich die Entspannung auch nachweisbar positiv auf das Immunsystem aus.

September 2004

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