Neue Therapie gegen Schnarchen...

Eine neue Therapieform gegen das Schnarchen wurde an der Universität Göttingen entwickelt. 

Durch das Tragen einer weichen Plastikschiene mit Druckanzeige im Mundvorhof trainieren Patienten, ihre Zunge nach dem Schlucken in eine bestimmte Zungenruheposition zu bringen und eine eventuell vorhandene Mundatmung abzustellen. Die Schiene wird über mehrere Wochen mehrere Stunden täglich, später auch nachts getragen. Nach einigen Wochen kann das nächtliche Tragen oftmals entfallen. Bei 80% der untersuchten Patienten konnte durch diese Methode eine Verringerung des Schnarchens erzielt werden. 

Durch das Training mit der sogenannten Mundvorhofplatte soll erzielt werden, dass die Patienten beim Schlafen die Lippen geschlossen halten, um damit in der Mundhöhle durch Schlucken einen Unterdruck zu erzeugen, der Zunge und Gaumensegel stabilisiert.

 

Weitere Informationen zum Thema "Schnarchen":

Als Schnarchen bezeichnet man laute atemabhängige Geräusche, die während des Schlafes durch Flatterbewegungen des erschlafften Gaumensegels oder Zurücksinken der Zunge hervorgerufen werden. Beim einfachen (oder primären) Schnarchen wird der normale Atemrhythmus beibehalten, beim apnoischen (oder obstruktiven) Schnarchen setzt die Atmung mehr als zehn Sekunden aus.

Beim Schlafen erschlafft die Muskulatur des Nasen-Rachenraumes. Kommt es zusätzlich zu einer Enge in diesem Bereich (z.B. durch eine verkrümmte Nasenscheidewand oder vergrößerte Rachenmandeln), wird der Luftdruck im Rachenraum vermindert, und es kann zu einem Kollaps des Rachen- und Gaumengewebes kommen.

Beim einfachen Schnarchen ist dieser Kollaps nicht vollständig, so dass der normale Atemrhythmus beibehalten werden kann. Das Rachen- und Gaumengewebe vibriert jedoch durch die entstandenen Luftverwirbelungen und es entsteht das typische Schnarch-Geräusch.

Ein zeitweiliger kompletter Kollaps des Gewebes verschließt beim apnoischen Schnarchen den Rachenraum und führt zu einer Atempause. Die verminderte Sauerstoffzufuhr im Gehirn ruft eine Weckreaktion und damit eine Schlafstörung hervor. Patienten mit apnoischem Schnarchen sind oft erschöpft und unausgeschlafen.

Bei etwa 10-30% der Bevölkerung tritt Schnarchen auf. Bei Männern über 50 Jahren sind 60-80% betroffen, jedoch ist Schnarchen auch bei Kindern nicht selten (bei letzteren meist durch vergrößerte Rachen- und Gaumenmandeln bedingt). In Extremfällen können die Schnarchgeräusche eine Lautstärke von 90 Dezibel erreichen, was dem Geräusch eines schweren LKWs in nur wenigen Metern Entfernung entspricht.

Bei sehr störenden Schnarchgeräuschen, die einen selbst wecken oder die Umgebung stören, sollte man den Arzt aufsuchen, um die Ursache des Schnarchens abklären zu lassen und ggf. eine Behinderung der Atemwege behandeln zu lassen.

Das einfache Schnarchen kann durch Beachtung folgender Punkte eingedämmt werden:

 


Gewichtsreduktion (bei Übergewicht)

kein Alkohol am Abend, kein spätes Essen

keine Beruhigungs- oder Schlafmittel oder Antihistaminika, da diese das Schnarchen verstärken können

erhöhte Position des Oberkörpers beim Schlafen

kein Schlafen in Rückenlage (-> Einnähen eines Tennisballes in der Rückseite des Schlafanzuges)

gute Schlafhygiene (regelmäßige Schlafzeiten, ruhige Umgebung, Lüften, kein Essen oder Lesen im Bett,...)

Hilfsmittel aus dem Sanitätsbedarf (zur Fixierung der Zunge und des Kiefers, zur Beeinflussung der Lage im Schlaf, zur Verbesserung der Nasenatmung)

September 2003

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