Aktuell: Legionärskrankheit...
Erkrankungen an der Legionärskrankheit, teilweise mit Todesfolge, bei Passagieren eines Kreuzfahrtschiffes haben in den letzten Tagen in den Medien Schlagzeilen gemacht. Doch was ist die Legionärskrankheit eigentlich?
Bei der Legionärskrankheit (Legionellose, Veteranenkrankheit) handelt es sich um eine schwere Lungenentzündung. Sie wurde erstmals 1976 beschrieben, als es nach einem Treffen amerikanischer Kriegsveteranen in einem Hotel in Philadelphia zu einer Epidemie mit 180 Erkrankten und 29 Todesfällen kam.
Die Legionellose ist weltweit verbreitet, in Deutschland werden nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes jährlich 6000 bis 10000 Lungenentzündungen durch Legionellen verursacht. Etwa 1% der Bevölkerung werden in Deutschland jährlich infiziert, nur bei ca. 10% der Fälle kommt es jedoch zu klinischen Symptomen. Die Legionellose ist eine der häufigsten Ursachen für Lungenentzündungen.
Bei den Erregern der Legionärskrankheit handelt es sich um bestimmte Bakterien (Legionellen), die im Wasser oder feuchter Erde leben und durch infizierte Wasseranlagen (Duschköpfe, Warmwasseranlagen, Inhalationsgeräte, Befeuchtungs- und Klimaanlagen) übertragen werden. Eine besonders starke Vermehrung der Legionellen tritt bei Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad auf. Bei einer Wassertemperatur von mehr als 60°C werden sie abgetötet, in kaltem Wasser vermehren sich die Legionellen nicht weiter.
Über zerstäubtes Wasser z. B. beim Duschen wird der Erreger eingeatmet und gelangt so in die Lunge, eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Seit 2001 ist der Nachweis des Erregers meldepflichtig (§7 des Infektionsschutzgesetzes).
Die Infektion beginnt meist recht unspezifisch mit Husten, Durchfall und Fieber. Wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie sich zu schweren Lungen- und Rippenfellentzündungen ausweiten und tödlich enden. Unbehandelt verläuft die Legionärskrankheit bei abwehrgeschwächten Menschen in bis zu 70% der Fälle tödlich, bei vorher gesunden Menschen in 15% der Fälle. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden.
Eine Impfung gegen die Legionärskrankheit ist nicht möglich, gewisse Vorbeugemaßnahmen können jedoch getroffen werden:
Erhitzen des Wassers in Wassertanks auf 60°C oder mehr
Abwehrgeschwächte und daher gefährdete Menschen können die Dusche einige Minuten heiß laufen lassen und dabei das Bad verlassen. Dieser erste "Wasser-Nebel" enthält die meisten Bakterien und kann so vermieden werden.
Versetzen des Wassers mit Chlor, damit sich die Bakterien nicht vermehren
Gewährleistung einer ständigen Zirkulation des Wassers in den Leitungen (z.B. sollte in Hotelzimmern die lange leer stehen, jeden Tag einige Zeit der Wasserhahn aufgedreht werden)
Verwendung von Klimaanlagen ohne Wasser

