Streben nach perfekter Gesundheit verdirbt den Spaß am Leben ...
Mann beim Arzt:
"Herr Doktor, wie kann ich 100 Jahre alt werden?"
"Rauchen Sie?"
"Nein"
"Essen Sie übermäßig?"
"Nein"
"Gehen Sie spät ins Bett?"
"Nein"
"Haben Sie Frauengeschichten?"
"Nein"
"Wieso wollen Sie dann überhaupt so alt werden?"
Zu gesund leben wollen ist eine schwere Krankheit ...
Immer mehr Menschen sind von morgens bis abends bemüht gesund und vorbeugend zu leben.
Das Streben nach ewiger Gesundheit und Glückseligkeit nimmt immer mehr religiöse Züge an. Normale Alterserscheinungen (Falten, Glatze, Nachlassen der Potenz, Wechseljahre usw .) werden von Industrie, Presse und etablierter Medizin zu behandlungsbedürftigen Krankheiten hochstilisiert.
Pilgerten die Gläubigen früher zu Wallfahrtskirchen, so treffen sie sich heute bei den z. T. fragwürdigen Spezialisten entsprechender medizinischer Fachabteilungen, in Anti-Aging- oder Wellness-Kliniken und vor Apotheken. Unmerklich geht bei der illusionären Jagd nach ewiger Jugend und Gesundheit Lebensqualität und Lebensfreude verloren.
"Wir leben im Zeitalter der real existierenden Gesundheitsreligion", kritisiert der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Manfred Lutz (Chefarzt Alexianer-Krankenhaus, Köln). "Nichts gegen maßvolle Bemühungen um die Gesundheit. Aber es geht auch darum, die Fähigkeit wieder zu entdecken, in den unvermeidlichen Krankheiten, Behinderungen und Leiden eines Menschenlebens und vielleicht sogar im Sterben Quellen des Glücks zu finden." Sein aktuelles Buch (LebensLust) kritisiert folgerichtig die "... Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult".

