Sonnencreme schützt nur bedingt vor Melanomen / Besonderer Schutz der Kinderhaut notwendig...
Sonnencreme schützt nur bedingt vor Melanomen
Eine bersogniserregende Studie der Universitätsklinik Tübingen ergab, dass Sonnencreme zwar Hautkrebsarten mit günstiger Prognose, wie den erst spät metastasierenden Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen vorbeugen kann, nicht aber die Bildung von Leberflecken, aus denen sich maligne Melanome entwickeln können, unterdrückt. Durch Sonnencreme werde ein Sonnenbrand, eigentlich ein Warnsignal der Haut, unterdrückt, was viele Menschen dazu verleitet, sich sehr lange der Sonne auszusetzen. Außerdem besitzen viele Sonnencremes einen nicht optimalen UVA-Schutz.
In der Studie wurde bei 1232 Kindern die Anzahl der Leberflecke bestimmt. Leberflecke, gutartige Ansammlungen von Pigmentzellen, werden seit längerer Zeit mit einem höheren Risiko für maligne Melanome assoziiert. Bei allen Kindern nahm über drei Jahre hinweg die Zahl der Leberflecke zu, besonders häufig traten sie bei hellhäutigen, hellhaarigen Kindern mit hellen Augen auf. Je mehr sich die Kinder in der Sonne aufhielten, z.B. draußen spielten oder im Freibad badeten, desto schneller nahm die Zahl der Leberflecke zu.
Auch eine Studie der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Anzahl der Leberflecke hatte sich bei den 1000 betrachteten Kindern innerhalb von vier Jahren verdoppelt, selbst wenn sie in dieser Zeit keine Sonnenbrände erlitten hatten. Im Laufe des Lebens würden sich daher immer mehr Pigmentflecken bilden, was das individuelle Hautkrebsrisiko erhöhe. Es wird daher empfohlen, Kleinkinder zusätzlich zum Eincremen noch mit Kopfbedeckungen und T-Shirts zu schützen und sie nicht der prallen Sonne auszusetzen.
Ratgeber zu Hautkrebs und Sonnenschutz bei Kindern
Zwei Broschüren beschäftigen sich insbesondere mit dem Schutz der Kinderhaut vor zu viel Sonne und den Gefahren von zu viel Sonneneinwirkung
a) Die Broschüre "Mit heiler Haut durch den Sommer" vom Bundesamt für Strahlenschutz erklärt Kindern mit vielen Bildern und wenig Text, warum Sonnenschutz so wichtig ist. Sie kann unter www.bfs.de/uv/uv2 heruntergeladen werden.
b) Das vom Robert-Koch-Institut herausgegebene Heft 22 zur Gesundheitsberichterstattung "Hautkrebs" steht unter www.rki.de/GBE/GBE.HTM zur Verfügung.
Impfung gegen Melanome?
Forscher in Großbritannien und Australien arbeiten an einer Form von Impfung gegen Melanomzellen. Melanomzellen stellen ein bestimmtes Protein namens "NY-ESO-1" her, welches als Grundlage eines Impfstoffes dienen soll. Eine synthetische Form dieses Proteins wurde in einer Vorstudie Patienten mit Melanom nach der Entfernung des Tumors injiziert. Bei den mit dem Protein behandelten Patienten trat der Krebs seltener wieder auf als bei einer Kontrollgruppe, die nicht behandelt wurde. Eine Großstudie soll bis Ende 2005 weitere Ergebnisse und Erkenntnisse bringen.

