Wenn Lottospielen zur Sucht wird...
Das Berliner Universitätskrankenhaus Charité bietet telefonische Hilfe für Lottosüchtige an. In einer Studie wurde erstmals das Suchtpotenzial des Lottospielens im deutschsprachigen Raum untersucht und dabei festgestellt, dass dieses allgemein unterschätzt wird.
Bei einer Umfrage unter 171 Lottospielern zeigten sich bei 15% der Befragten typische Anzeichen eines krankhaften Suchtverhaltens: Sie spielen sehr viel häufiger als sie eigentlich wollen, sie füllen pro Ziehung mehrere Lottoscheine aus (durchschnittlich fünf Lottoscheine, einer der Betroffenen gab sogar 32 Scheine ab). Obwohl wöchentlich nur zwei Ziehungen der Lottozahlen stattfinden, spielen Lottosüchtige fast täglich, vernachlässigen dabei Beruf und soziale Kontakte. Wenn sie ihrer Tippsucht nicht nachgehen können, tritt Unwohlsein bis hin zu Panik auf. Bringt der Lottoschein keinen Gewinn, versuchen die Abhängigen, die Verluste durch einen höheren Einsatz bei der nächsten Ziehung wieder auszugleichen und verspielen so immer mehr Geld
Die von der Charité eingerichtete Hotline ist mittwochs von 15 bis 19 Uhr unter 030/450529529 zu erreichen und bietet anonyme und kostenfreie Beratung an.

