Neuer Ansatz zur Früherkennung von Darmkrebs...
Ein auf dem Nachweis eines bestimmten Enzyms beruhender Stuhltest zur Früherkennung von Dickdarmkrebs wurde an der Universitätsklinik Gießen entwickelt. Das neue Testverfahren weise eine hohe Sensitivität auf, habe eine deutlich höhere Sensitivität als der heutzutage eingesetzte Test auf okkultes Blut im Stuhl, weise auch Tumoren nach, die nicht bluten, und sei zudem einfach durchzuführen. Man erhofft sich durch die neue Testmethode ein einfaches Screening-Verfahren, mit dem Tumoren im Frühstadium erkannt werden können und somit letztendlich die Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs (57000 pro Jahr in Deutschland) deutlich gesenkt werden kann.
Beim unkontrollierten Wachstum eines Tumors lösen sich ständig Tumorzellen an der Oberfläche ab, gelangen in das Darmlumen und werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Bisherige Ansätze zur Unterscheidung der Tumorzellen von den normalen Körperzellen beruhen auf dem Nachweis von bestimmten DNA-Veränderungen und sind relativ teuer.
Die Forschergruppe der Universitätsklinik Gießen benutzt zur Feststellung der Tumorzellen das Enzym "Tumor M2-Pyruvatkinase", das die Energieverteilung in der Tumorzelle so steuere, dass eine verstärkte Zellteilung und damit ein stärkeres Tumorwachstum erreicht werden kann. Bei einer Studie mit 204 Personen, darunter 60 Darmkrebspatienten und 144 Kontrollpersonen ohne Darmkrebs, zeigte sich dass bei Personen mit Darmkrebs ein deutlich höherer Wert des Enzyms vorlag. Die Sensitivität des Testes lag bei 73 Prozent. Weitere Test mit einer größeren Anzahl von Personen sollen folgen.

