"Fetal Programming": Prägung von Krankheitsanlagen im Mutterleib...
Die Theorie des "Fetal Programming" geht davon aus, dass bereits im Mutterleib eine Programmierung von späteren Erkrankungen erfolgt. Verschiedene Erkrankungen scheinen, unabhängig von späteren Einflüssen, mit vorgeburtlichen Ereignissen verknüpft zu sein: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus, Brustkrebs, psychische Störungen wie Schizophrenie, Autoimmunerkrankungen.
Diese Hypothese wurde in den 80er Jahren von Professor Barker an der Universität in Southampton aufgestellt. Sie beruhte auf einer Studie mit mehreren Tausend Männern, mit der nachgewiesen worden war, dass Männer mit einem geringen Geburtsgewicht ein bis zu 50% höheres Risiko für Tod durch koronare Herzkrankheiten aufwiesen.
Ungeborene nehmen über Änderungen des Herzschlages oder des Blutdruckes der Mutter oder über von der Mutter freigesetzte Stresshormone auch an den Gefühlen oder Belastungen der Mutter während der Schwangerschaft teil.
Eine in der Fachzeitschrift "Child Development" vor kurzem veröffentlichte Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Angstgefühlen der Mutter während der Schwangerschaft und späteren Krankheiten oder Entwicklungsstörungen der Kinder (Hyperaktivität, Aufmerksamkeits-Defizite, Angsterkrankungen). Dabei scheint eine besonders sensible Phase während der 12. und 22. Schwangerschaftswoche zu liegen. Traten die Ängste der Mutter während dieser Zeit auf, häuften sich bei den Kindern die Erkrankungen.
Andere Studien sprechen für einen Zusammenhang zwischen mütterlichem Stress während der Schwangerschaft , z.B. bei einschneidenden Kriegsereignissen, und späteren Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Schizophrenie.
Um die negativen Folgen von Angst, Stress, Wut auf die Entwicklung des Ungeborenen zu vermeiden, kommt der Schwangerschaftsbetreuung und Programmen zum Angst- oder Stressabbau während der Schwangerschaft eine große Bedeutung zu.

