Seekrankheit, Reisekrankheit...

Medizinisch zählt die Seekrankheit (Nausea) zu den Kinetosen, d.h. zu den Bewegungskrankheiten, die durch die Bewegung von Verkehrsmitteln hervorgerufen werden. Der Begriff der Seekrankheit stammt ursprünglich von den Reaktionen der Menschen auf die Bewegung von Schiffen. 

In ca. 90% der Fälle verschwinden die Symptome, die von leichten Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichter Übelkeit bis hin zu schwerem Krankheitsgefühl, Koordinationsstörungen und starkem Erbrechen reichen können,  nach 2-3 Tagen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 15% der Menschen relativ unempfindlich gegenüber dem Auftreten der Seekrankheit sind, 75% "normal" anfällig und etwa 10% stark anfällig sind. Weiterhin scheint die Anfälligkeit vererbbar zu sein. Frauen leiden häufiger unter der Seekrankheit als Männer

Bei der Seekrankheit und anderen Kinetosen ist die Verarbeitung und Weiterleitung der Reize vom Gleichgewichtsorgan des Innenohrs zum Hirnstamm und zur Großhirnrinde gestört, psychische Einflüsse, z.B. Ängste, sollen jedoch ebenfalls eine Rolle spielen.

Die Behandlung kann nicht-medikamentös erfolgen, z.B. durch Vorbeugen (immer in Fahrtrichtung sitzen, bei Seereisen an die frische Luft gehen,...) oder durch Methoden wie Akupunktur, Spezialbrillen mit einem flüssigkeitsgelagerten Balken als künstlichem Horizont,... 

Die Einnahme von Medikamenten (Antiemetika), die wegen der teilweise erheblichen Nebenwirkungen stark umstritten ist, wirkt dem Brechreiz und der Übelkeit entgegen.

August 2003

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