Psychische Erkrankungen: Fehldiagnosen bei zu kurzen Arzt-Patienten-Gesprächen...
Eine im Rahmen des Europäischen Kongresses zu psychosomatischen Forschungen vorgestellte Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf untersuchte den Zusammenhang zwischen Qualität der Diagnose und der Gesprächsdauer zwischen Arzt und Patient, wobei 500 Arzt-/Patienten-Gespräche in 18 Praxen herangezogen wurden, und kam dabei zu folgendem Ergebnis:
Wenn ein Patient bei einem Arztbesuch nur durchschnittlich 1,8 Minuten redete, erkannte der Arzt psychisch oder durch Stress verursachte Krankheitsbilder oftmals nicht und stellte Fehldiagnosen. Erst bei längeren Gesprächen (ab 3,5 Minuten "Redezeit" der Patienten) wurde ein problematischer Hintergrund wie Scheidung oder häusliche Gewalt sichtbar und der Arzt war eher in der Lage, psychosomatische Erkrankungen zu erkennen.
Nach Angaben der Forscher leidet etwa jeder 7. Deutsche an psychisch verursachten Symptomen wie Kopf- oder Rückenschmerzen.

