Immer mehr junge Cannabis-Konsumenten...
Anlässlich des Weltdrogentages am 25. Juni hat das Bundesgesundheitsministerium eine von ihm in Auftrag gegebene Studie "Cannabisbezogene Störungen - Umfang, Behandlungsbedarf und Behandlungsangebot in Deutschland" vorgestellt. Demnach haben in Deutschland 9 Millionen Menschen Erfahrung mit Cannabis, bei etwa 400.000 Menschen wurde ein missbräuchlicher Konsum beobachtet.
Vor allem bei jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren nahm der Cannabis-Konsum in den Jahren 1992 bis 2002 um das 2,7fache zu, im gleichen Zeitraum stieg der Beratungsbedarf in den Beratungsstellen um fast das 6fache auf 14.714 Fälle an. Marion Caspers-Merck, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sieht in den Ergebnissen der Studie eine "alarmierende Tendenz".
Die Studie belegte zudem auch einen Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und Problemen in der Schule oder Ausbildung oder sozialen Anpassungsstörungen. Die meisten Konsumenten waren junge Männer.
Eine weitere, in Hamburg durchgeführte Studie unterstreicht diese Ergebnisse. Bei einer Befragung von Hamburger Schülern ab 14 Jahren gaben 13,4% der Schüler an, auf Klassenfahrten Haschisch zu rauchen, knapp 7% rauchten sogar vor dem Unterricht oder in den Pausen. Unter den Schülern, die regelmäßig Cannabis konsumierten, waren 38,4% regelmäßige Zigarettenraucher, aber nur 2% Nichtraucher.
Viele junge Menschen schätzen den Cannabis-Konsum als harmlos ein, was aber auf keinen Fall stimme. Wie psychologische und neurologische Untersuchungen ergaben, kann der Konsum von Cannabis während der Pubertät zu Langzeitschäden wie Gedächtnis- oder Aufmerksamkeitsstörungen führen. Dies war bei Versuchen an Ratten festgestellt worden, sei aber vermutlich auf den Menschen übertragbar, so Miriam Schneider vom Institut für Hirnforschung an der Universität Bremen. Zudem seien Cannabis-Konsumenten später auch in der Wortgewandtheit den Nicht-Konsumenten unterlegen. Ein Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Cannabis wird noch diskutiert.
Eine weitere Untersuchung der Universität in Belfast deutet außerdem darauf hin, dass Cannabis die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen kann, da der Cannabis-Inhaltstoff Tetrahydrocannabinol (THC) die Beweglichkeit der Spermien reduziere und zudem bewirke, dass die Spermien nicht mehr die Enzyme freisetzen können, die sie zum Durchdringen des Schutzmantels der Eizelle benötigen. Es wurde daher ein Zusammenhang zwischen der steigenden Anzahl von Cannabis-Konsumenten und der steigenden Zahl der Fälle ungewollter Kinderlosigkeit in Großbritannien in Betracht gezogen.

