Studie "Pain in Europe": Viele chronisch schmerzkranke Patienten unbehandelt...
Im Rahmen der Studie "Pain in Europe", die beim Rheumatologen-Kongress in Berlin vorgestellt wurde und die die Situation chronisch schmerzkranker Patienten untersuchte, waren europaweit 46.394 Personen telefonisch befragt worden.
Dabei litten 17% der befragten Deutschen unter chronischen Schmerzen, die höchste Zahl chronisch Schmerzkranker fand man in Norwegen (30%), die niedrigste Zahl in Spanien (11%). Insgesamt litten ca. 20% der Befragten unter ständigen Schmerzen, im Durchschnitt schon seit sieben Jahren.
Hauptursachen für chronische Schmerzen waren Arthrose (bei mehr als einem Drittel der chronisch Schmerzkranken), Bandscheibenvorfälle, Traumata, rheumatoide Arthritis und Kopfschmerz, am häufigsten von chronischen Schmerzen betroffen war der Rücken (24% der Fälle).
Die größten Folgen der ständigen Schmerzen waren Arbeitsverlust oder frühzeitige Rente (56% der Betroffenen), Depressionen (mehr als 20%), große Schlafprobleme (67%) und ein Gefühl der Hilflosigkeit (30% waren auf Hilfe anderer angewiesen).
31% der chronisch Schmerzkranken befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung trotz ständiger Schmerzen in keiner Schmerztherapie. Insgesamt war für die Mehrheit der Patienten ein Allgemein- oder Hausarzt der Ansprechpartner für ihre Beschwerden, nur knapp ein Viertel der Befragten hatte bisher einen Schmerzspezialisten konsultiert. 40% der Schmerzpatienten hatten nicht immer das Gefühl, richtig behandelt worden zu sein.
Zur Behandlung der Schmerzen wurden meist Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt, daneben schwache Opioide, Paracetamol und Coxiben. Nur in 5% der Fälle kamen starke Opioide zum Einsatz.

