Pollenallergiker: Vorsicht vor Sommergewittern / Allergie-Risiko bei Kindern nach Wohnungsrenovierung...

Pollenallergiker: Vorsicht vor Sommergewittern

Während für viele Menschen ein Sommergewitter eher erfrischend ist, kann es bei Pollenallergikern die Symptome verstärken und sogar zur Auslösung von Asthma-Anfällen führen. Gerade die Kombination aus plötzlichem Temperaturabfall der Luft, ansteigender Luftfeuchtigkeit und der Tatsache, dass durch den Wind verstärkt Pollen aufgewirbelt werden und zudem ein starker Regen die als Allergene wirkende Eiweiße aus den Pollen herauslöst, kann bei Allergikern Asthma-Anfälle auslösen.

In der Vergangenheit suchten nach starken Sommergewittern teilweise fünf- bis zehnmal so viele Asthma-Patienten in der Notaufnahme Hilfe wie an sonstigen Tagen.

Pollenallergiker, auch wenn sie bisher noch nicht unter Asthma litten, sollten sich daher vor und nach einem Gewitter möglichst nicht draußen aufhalten und, sofern sie keine speziellen Pollenschutzfilter an den Fenstern angebracht haben, auch erst mehrere Stunden nach dem Gewitter die Wohnung lüften. Eine Reinigung des Pollenschutzfilters sollte übrigens möglichst nicht vom Allergiker selbst, sondern von gesunden Personen durchgeführt werden, damit der Allergiker nicht unnötig mit den Allergenen in Kontakt kommt.

 

Allergie-Risiko bei Kindern nach Wohnungsrenovierung

Rund 60% der künftigen Eltern renovieren vor der Geburt des Nachwuches ihre Wohnung oder statten sie mit neuen Möbeln aus, insbesondere das Kinderzimmer.

Langzeitstudien des Umweltmedizinischen Zentrums in Leipzig mit 5.000 Kindern ergaben jetzt jedoch, dass Säuglinge, die in frisch renovierten Räumen aufwachsen, ein um 40% höheres Risiko haben, an Allergien, Atemwegserkrankungen oder Neurodermitis zu erkranken. Auch wenn sich die werdende Mutter während der Schwangerschaft in frisch renovierten Räumen aufhielt, stieg das Allergie-Risiko für den Nachwuchs an.

Farben, Holzschutzmittel oder Klebstoffe enthalten häufig Verbindungen, die bei einem Viertel der Renovierungen die zulässigen Werte in der Raumluft überschritten und noch mehrere Monate lang in der Luft verbleiben können. Die Forscher empfehlen daher, die Räume häufig und regelmäßig zu lüften.

Bei den Langzeitstudien zeigte sich zudem, dass Kinder im Osten Deutschlands weniger anfällig für Allergien sind als Kinder im Westen. Dies wird u.a. auch darauf zurückgeführt, dass im Osten noch häufiger geimpft wird und die durch eine Impfung ausgelöste passive Infektion auch zur Allergieabwehr beitragen kann.

Juli 2004

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