Kinder und Geburt: Dammschnitt oft unnötig und risikoreich / Immer weniger Deutsche wollen Kinder...
Dammschnitt oft unnötig und risikoreich
Amerikanische Forscher weisen darauf hin, dass der oftmals routinemäßig durchgeführte Dammschnitt bei Frauen während der Geburt nicht nur meist unnötig ist, sondern auch zusätzliche Risiken birgt.
Eine Auswertung von 45 Studien der letzten 50 Jahre zeigt, dass ein Routine-Dammschnitt keinesfalls das Risiko eines Dammrisses verhindert, sondern dass Frauen nach einem Dammschnitt 26% häufiger Verletzungen erlitten, die genäht werden mussten, als bei Geburten ohne Dammschnitt. Außerdem litten Frauen, bei denen ein Dammschnitt durchgeführt wurde, doppelt so häufig in den ersten drei Monaten nach der Geburt an Fäkalinkontinenz, das Auftreten von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr war bei Frauen mit Dammschnitt um 53% höher.
Die Forscher fordern daher einen Verzicht auf einen routinemäßigen Dammschnitt bei der Geburt. Der Dammschnitt sollte nur dann erfolgen, wenn das Leben von Mutter oder Kind in Gefahr ist und die Geburt daher beschleunigt werden muss.
In den USA wird bei etwa jeder dritten natürlichen Geburt ein Dammschnitt durchgeführt, in deutschen Kliniken nach Angaben des Bundes Deutscher Hebammen schätzungsweise 60%, bei Hausgeburten liegt diese Rate hingegen bei ca. 6%.
Immer weniger Deutsche wollen Kinder
Gemäß den Auswertungen einer Untersuchung des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung lässt der Kinderwunsch in Deutschland immer mehr nach.
1992 wünschten sich Familien durchschnittlich zwei Kinder, heute liegt diese Zahl nur noch bei 1,7. Gar keine Kinder wollten 1992 9,9% der jungen Frauen und 11,8% der jungen Männer, inzwischen liegen die Anteile bei 14,6% (Frauen) und 26,3% (Männer).
Um die Bevölkerungszahl konstant zu halten, müsste ein Frau - statistisch gesehen - 2,1 Kinder zur Welt bringen, tatsächlich liegen diese Werte aber nur bei 1,4 Kindern. Die deutsche Bevölkerung wird also noch weiter schrumpfen.
Bundesinnenminister Otto Schily plädiert daher dafür, den Wert von Kindern, von Familien und dem Miteinander der Generationen im Bewusstsein der Menschen zu stärken. Kinder sollten nicht als Belastung, sondern als Bereicherung gesehen werden.


