Impfstoff gegen Nikotinsucht / Immer weniger junge Raucher / Broschüre und Online-Angebot zum Rauchverzicht...
Einige Meldungen rund um den Weltnichtrauchertag am 31. Mai:
Impfstoff gegen Nikotinsucht
Eine Zwischenbilanz der bisher größten klinischen Studie zur Impfung gegen das Nikotin gibt Grund zur Hoffnung.
Ein in der Schweiz entwickelter Impfstoff koppelt das Nikotin, das selbst keine Antikörperbildung auslöst, an eine Kugel aus bestimmten Trägereiweißen. Diese gekoppelten Moleküle lösen im Körper eine Immunantwort aus.
In die Studie wurden 341 Raucher, die in den vergangenen drei Jahren täglich zwischen 10 und 40 Zigaretten rauchten und mit dem Rauchen aufhören wollten, einbezogen. Neben Informationen zur Raucherentwöhnung wurden die Versuchsteilnehmer fünf Mal, jeweils im Abstand von einem Monat geimpft, ein Drittel von Ihnen erhielt eine Placebogabe. Bei den mit dem Impfstoff behandelten Personen trat teilweise ein hoher Antikörpertiter auf, bei anderen nur mittlere oder niedrige Antikörperwerte.
Die Rauch- bzw. Nichtrauchergewohnheiten der Probanden wurden vier, fünf und sechs Monate nach Therapiebeginn betrachtet. Bei den Versuchsteilnehmern, die einen hohen Antikörperwert besaßen, waren nach sechs Monaten mehr als die Hälfte zu Nichtrauchern geworden, bei den Rauchern mit niedrigeren Antikörperwerten oder den Teilnehmern mit Placebogabe waren 32% bzw. 31% abstinent geworden. Experten erklären sich die guten Effekte bei der Placebogruppe durch die häufigen Arztkontakte und Impfungen und die damit verknüpften positiven Erwartungen der Versuchsteilnehmer.
Versuche an Ratten hatten vorab gezeigt, dass die Antikörper im Blut Nikotin abfangen und verhindern, dass es ins Gehirn gelangt. Die Wirkung des Nikotins auf Herz und Blutgefäße sowie die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn wurde vermindert.
Immer weniger junge Raucher
Eine im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführte Befragung von 3600 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren zeigt, dass es immer mehr Jugendliche gibt, die noch nie geraucht haben. Während im Jahr 2001 nur 48% der 12- bis 15 jährigen noch nie geraucht hatten, waren es bei der neuen Umfrage 62%.
Experten schätzen, dass allein durch die Anhebung der Tabaksteuer im vergangenen Jahr der Zigarettenkonsum bei den 12- bis 17jährigen um 13% zurückging. Allerdings führen die Preiserhöhungen bei nicht wenigen jugendlichen Rauchern auch dazu, statt auf Zigarettenschachteln nun auf die vergleichsweise billigeren selbst gedrehten Zigaretten zurückzugreifen.
Broschüre und Online-Angebot zum Rauchverzicht
Die Bundesärztekammer und das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg haben die Broschüre "Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten - Ärzte aktiv in Prävention und Therapie der Tabakabhängigkeit" veröffentlicht. Sie führt die gesundheitlichen Folgen des Rauchens, die Krankheitsbilder, die durch Tabakkonsum hervorgerufen werden oder mit ihm assoziiert sind, auf. Außerdem werden Möglichkeiten und Chancen gezeigt, wie der Arzt in der Prävention und Beratung von Rauchern effektiver handeln kann. Die Publikation kann im Internet heruntergeladen werden: http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Aerzte_in_Praevention_und_Therapie.pdf
Ein großes Informationsangebot für Raucher, die von ihrer Nikotinsucht loskommen wollen, stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einem neuen Online-Portal vor (www.rauchfrei-info.de). Ein dort angebotenes Programm zur Raucherentwöhnung steht allen Interessierten anonym zur Verfügung und begleitet Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, über einen Zeitraum von vier Wochen. Es bietet praktische Hinweise für die Vorbereitungsphase, die Teilnehmer werden nach ihrem persönlichen "Stopp-Tag" noch drei Wochen lang täglich per E-Mail weiter mit Informationen unterstützt.

