FSME-Risikogebiete in Deutschland und Europa...
FSME-Risikogebiete in Deutschland
Im Epidemiologischen Bulletin 21/2004 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) eine aktuelle Karte über die Risikogebiete der durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündung (FSME, Frühsommer-Meningoenzephalitis) veröffentlicht. Insgesamt 83 Landkreise, vor allem im Süden Deutschlands, zählen nun zu den Risikogebieten. Im Vorjahr wurden in Deutschland 276 FSME-Erkrankungen gemeldet, davon 42% in Baden-Württemberg und 38% in Bayern. Für FSME besteht seit 2001 eine Meldepflicht gemäß §7 Abs.1 des Infektionsschutzgesetzes.
Die Karte des RKI über die Risikogebiete in Deutschland finden Sie hier.
Die Zahl der FSME-Erkrankungen steigt seit Jahren immer weiter an. Von der STIKO (Ständige Impfkommission am RKI) wird eine Impfung für Menschen, die sich in Risikogebieten häufiger im Freien aufhalten, empfohlen.
FSME in Europa
Auch außerhalb Deutschlands existieren FSME-Risikogebiete. In gefährdeten Gebieten kann eine Impfung gegen FSME sinnvoll sein, die Kosten für diese Reiseimpfung muss der Patient selbst tragen. Zudem empfiehlt sich vor einer Reise auch eine Beratung von einem reisemedizinisch ausgebildeten Arzt oder Apother oder qualifizierten Beratungsstellen.
Im Epidemiologischen Bulletin 7/2003 stellte das RKI eine Übersicht über die FSME-Situation in Europa zusammen. Ein Auszug:
Zusammenfassung der Situation in Europa:
- frei von autochtoner FSME: Iberische Halbinsel, Beneluxstaaten, Großbritannien und Irland.
- sehr geringe Bedeutung der FSME: Italien, Griechenland und Dänemark
- gewisse Bedeutung der FSME: Kroatien, Schweden, Finnland und Slowakei
- FSME als wichtige Erkrankung: Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn
- z.T. dramatische Auswirkungen der FSME: Rußland, Litauen, Estland und besonders in Lettland. Lettland ist das Land mit dem weltweit höchsten Risiko! Die Inzidenzrate betrug im Landesdurchschnitt der letzten 5 Jahre 26,9 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner
Anmerkung: Außerhalb Europas treten noch Einzelfälle auf Hokkaido/Japan auf. Die FSME-Situation in China ist nicht ganz klar; zwei Provinzen werden als Risikogebiete benannt, dort sollen hohe Erkrankungszahlen registriert worden sein.
Einige Angaben zu einzelnen Ländern (die vollständigen Angaben sind im Epidemiologischen Bulletin 07/2003 des RKI aufgelistet):
Dänemark: Dänemark ist frei von FSME, lediglich auf der Insel Bornholm treten Einzelfälle auf.
Finnland: Risikogebiete befinden sich in Küstennähe und auf den vorgelagerten Inseln. Einige Fälle wurden auch in der Nähe des Sees Saimaa gefunden. Wichtige Gebiete befinden sich auch im Archipel von Turku, in der Kokkola und Lappeenranta Region...
Frankreich: Einzelfälle treten im Elsaß und in Lothringen (Nancy) auf.
Griechenland: Griechenland ist praktisch frei von FSME, lediglich in der Umgebung von Thessaloniki, im Norden, sind wenige Fälle beobachtet worden.
Italien: Einzelfälle treten im Norden im Gebiet zwischen Florenz und Trient in der Toskana auf. In den letzten Jahren sind in der Provinz Belluno (Region Venetien) sporadisch Fälle diagnostiziert worden...
Kroatien: Im Norden des Landes existiert ein Naturherdgebiet zwischen den Flüssen Sava und Drava. Ein FSME-Vorkommen auf der Insel Brac wird angenommen, ist aber nicht gesichert...
Norwegen: Seit 1997/98 werden Einzelfälle in der Küstenregion im Südwesten gefunden.
Österreich: Die Hochrisikogebiete befinden sich an der Donau zwischen Passau und Linz, in der Wachau, im Gebiet von St. Poelten, in Wien und im Süden von Wien. Teile des Burgenlandes, von Kärnten und der Steiermark entlang der ungarischen und slowenischen Grenze sind ebenfalls Gebiete mit hohem Risiko. Dazwischen liegen Areale mit niedrigem Risiko...
Polen: Risikogebiete befinden sich im Nordosten (Gdansk, Elblag, Olsztyn), im Osten (Suwalki, Bialystok) und im Süden (Opole). Areale mit geringem Risiko sind über das ganze Land verteilt. Von 1985 bis 1996 registrierte man 43 % aller Fälle in Polen im Gebiet von Bialystok und 27 % in Suwalki...
Rumänien: Die Datenlage ist unklar. FSME soll früher endemisch gewesen sein, verifizierbare Veröffentlichungen existieren nicht. Aus Transsilvanien wird aus dem Jahre 1999 von alimentärer FSME in beträchtlichem Ausmaß berichtet.
Schweden: Die Risikogebiete befinden sich im Archipel vor Stockholm, im zentralen und östlichen Teil des Mälar-Sees, an der Ostküste von Stockholm südwärts bis Kalmar und Öland sowie auf Gotland. Kleine Herde mit geringer Aktivität sind nördlich (Bohuslän) gefunden worden und im Osten von Gothenburg. .. Das Gebiet mit der höchsten Inzidenz ist die Region um Stockholm.
Schweiz: Endemiegebiete befinden sich im Norden und in Liechtenstein. Zwei Hauptendemiegebiete sind erkannt worden, eins in der Zentralschweiz, das andere im oberen Rheintal. Abseits der bekannten Endemiegebiete in den Regionen Schaffhausen, Thun und Biel-Ins, Liechtenstein sind in den letzten 20 Jahren weitere entdeckt worden. Diese befinden sich an den Ufern des Zürichsees und in der Region Chur und in Liechtenstein.. .
Serbien: Westlich von Belgrad sollen Einzelfälle aufgetreten sein, an der Adria auch solche alimentärer FSME.
Slowakische Republik: Wichtige Endemiegebiete befinden sich im Westen, Süden und Osten des Landes...Die Risikogebiete befinden sich in den Westkarpaten und im Donaubecken in Pannonien...In den letzten 5 Jahren wurden mehr als 30 alimentäre FSME-Fälle registriert, diese traten in 5 lokalen Ausbrüchen auf, allerdings immer im Mai.
Slowenien: Slowenien ist die Teilrepublik des früheren Jugoslawien mit dem größten FSME-Problem. Die aktivsten Herde befinden sich in den tiefen Bergtälern der Gebirgsregion und in Zentralslowenien, einer supalpinen bergigen Region mit zahlreichen Tälern und Ebenen mit verschiedenen Fließgewässern...Bemerkenswert ist, dass immer wieder über schwere Krankheitsverläufe in Slowenien, insbesondere aus der Region Ljubljana, berichtet wird.
Tschechien: Die FSME ist in allen Landesteilen endemisch, sie erreicht ihre höchste Morbidität in Südböhmen, hohe Inzidenzen werden auch in Prag und Umgebung sowie im Süden und Norden Mährens gefunden. Die Flußtäler der Berounka und Vltava und die Umgebung von Vranov und Kninic in Südmähren sind hoch belastet...
Ungarn: Ausgedehnte Risikogebiete befinden sich in Westungarn, westlich der Donau. Das Areal um den Balaton bis zu den Grenzen von Österreich und Kroatien sowie westlich und nördlich von Budapest entlang der Grenze zur Slowakischen Republik sind wichtige Endemiegebiete. Einzelerkrankungen treten auch an der Theiß sowie östlich von Miskolc auf. Die meisten Fälle wurden in der Umgebung von Zala, Somogy und Nograd beobachtet...

