Placebo: Blaue Pillen beruhigen, gelbe stimulieren ...
Auch Medikamente, die keinerlei medizinische Wirkstoffe enthalten ("Placebo") entfalten eine definierbare Wirkung, die sich u.a. im Endomorphinsystem des Gehirns beobachten lässt. Allein durch die Farbgebung lassen sich dabei interessante Unterschiede im Wirkungsspektrum nachweisen:
So wirken blaue Pillen beruhigend, gelbe stimulierend und weißgrüne zeigen eine schmerzlindernde Wirkung. Große Pillen wirken besser als kleine, Kapseln besser als Tabletten, noch stärker wirken Pflaster.
Hohe Placebo-Effekte lassen sich durch technische oder invasive Maßnahmen erzielen (Injektionen, Akupunktur, Operationen).
Wichtigster Faktor für eine Placebo-Wirkung therapeutischer Maßnahmen ist der Behandler: Ein mitfühlender, freundlich optimistischer Arzt, der von seiner Behandlungsstrategie überzeugt ist und den Patienten in einer guten Arzt-Patient-Beziehung aufklärt, kann nicht nur subjektiv, sondern auch durch Studien objektivierbar, erstaunliche Effekte erzielen.
Die Placebo-Wirkung wird heute u.a. Zentren im Gehirn zugeschrieben ("limbisches System"): In diesen Hirnzentren wird seelisches Erleben, Hoffen und Erwarten in biochemische Wirkungen umgesetzt (Endomorphinsystem, Dopaminsystem).

