Ärztliche Kunstfehler fordern mehr Opfer als Straßenverkehr / Risiko Arzneimitteltherapie..

Ärztliche Kunstfehler fordern mehr Opfer als Straßenverkehr

Nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft, Matthias Rothmund, gehören Todesfälle infolge von Kunst- oder Behandlungsfehlern in Krankenhäusern zu den zehn häufigsten Todesursachen.

Die meisten Todesfälle beruhen jedoch nicht auf spektakulären Kunstfehlern, sondern z.B. auf Verwechslung von Patientennamen und -daten, von Medikamenten oder falscher Dosierung von Medikamenten. Abhilfe könnte der Einsatz elektronischer Medien wie Computer bringen, da in vielen Kliniken immer noch auf handschriftliche, teilweise schwer lesbaren Notizen bei der Visite zurückgegriffen wird.

US-amerikanische Untersuchungen hatten ergeben, dass in den USA pro Jahr teilweise fast 100 000 Menschen an Behandlungsfehlern im Krankenhaus sterben, englische und australische Studien zeigten, dass 12 bis 16% der Klinikpatienten bei der Behandlung "ein unerwünschtes Ereignis" erlebt hatten. Genaue statistische Daten für Deutschland liegen zwar nicht vor, Rothmund vermutet jedoch, dass die Situation bei uns ähnlich drastisch ist.

 

Risiko Arzneimitteltherapie

Wie Experten am Rande des "Ersten Deutschen Kongresses für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie" mitteilten, stellt eine Arzneimitteltherapie ein "Hochrisikoprozess" dar. Bei etwa 3 bis 6% der Patienten, die stationär im Krankenhaus aufgenommen wurden mussten, geschah dies wegen unerwünschten oder vermeidbaren Nebenwirkungen von Medikamentengaben.

Um die Risiken von Medikamentenbehandlungen zu senken, wurde ein Leitfaden entwickelt, der festlegt, welche Nebenwirkungen von Medikamenten wie zu melden sind. Dies gilt insbesondere für unerwünschte Nebenwirkungen bei Kindern und besonders schwere Nebenwirkungen.

Zudem könnte eine Gesundheitskarte, die Informationen über den Patienten, seinen Gesundheitszustand, frühere Krankheiten und Informationen über die verschriebenen Medikamente speichert, bei der Gabe der richtigen Medikamente in der richtigen Dosis helfen.

Mai 2005

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