Leichtfertiger Umgang mit Psychopharmaka...
Gefährliche Benzodiazepine
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm kritisiert einen zu leichtfertigen Umgang mit Psychopharmaka in Deutschland. Vor allem Benzodiazepine, die nach wenigen Wochen eine Abhängigkeit hervorrufen, werden viel zu oft verschrieben und die Patienten meist nicht über das Suchtpotenzial dieser Psychopharmaka informiert, was angesichts der 1,5 Millionen Deutschen, die medikamentenabhängig sind, sehr alarmierend ist. Mit ein Grund dafür, dass Benzodiazepine immer noch so häufig verschrieben werden, ist der günstige Preis dieser Medikamente.
Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen
Eine italienische Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, fand heraus, dass bei Kindern und Jugendlichen immer mehr Antidepressiva verordnet werden. Unter den 500.000 Patienten unter 18 Jahren, für die 2002 Rezepte ausgestellt worden waren, erhielten 1.600 Antidepressiva, darunter 1.200 einen Serotoninwiederaufnahmehemmer. Am häufigsten bekamen Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren bekamen Antipressiva verschrieben. Im Vergleich zu Daten aus dem Jahr 2000 hätte sich die Zahl der Verschreibungen bei den Serotoninwiederaufnahmehemmern mehr als vervierfacht. Außer Sertralin waren die verordneten Serotoninaufnahmehemmer für Kinder nicht zugelassen.
Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen
Psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen wurzeln laut dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Prof. Franz Resch, meist im familiären Umfeld. In der "Berliner Morgenpost" nannte er als Gründe Beziehungs- oder finanzielle Probleme der Eltern, ein kinderfeindliches Wohnumfeld, zu viel Fernsehen sowie die Tatsache, dass es immer mehr alleinerziehende Mütter oder Väter gibt und somit ein Elternteil fehle. In Deutschland leiden ca. 16 bis 18% der Kinder und Jugendlichen unter psychischen Problemen wie Aufmerksamkeitsstörungen, Nervosität, Übelkeit, Bauch- und Kopfschmerzen. Im vierten Schuljahr treten derartige Störungen bei 20% der Kinder auf.

