Heilsame Nahrungsmittel und ungesunde Nahrungsmittel...

In den letzten Wochen gab es viele Meldungen zum Thema Nahrung und Gesundheit. Hier eine kleine Auswahl davon:

Nahrungsmittel mit positiven Effekten

1. Nahrungsmittel, die glücklich machen

Nur wenige Nahrungsmittel wie Bananen, Ananas, frische Feigen, Papaya und Avocados, vor allem als ausgereifte Früchte, enthalten direkt das "Glückshormon" Serotonin. Da Serotonin jedoch aus der Aminosäure Tryptophan gebildet wird, können Tryptophan-haltige Nahrungsmittel indirekt auch zu einem erhöhten Serotoninspiegel führen. Zu diesen Lebensmitteln gehören Nüsse, Dinkel, Weizenkeime, Sojabohnen, Quark, Käse. Auch Schokolade führt zu einer direkten Steigerung des Serotoninspiegels im Gehirn.

2. Curry als Schutz vor Alzheimer-Krankheit?

Ein italienisch-amerikanisches Forscherteam hat bei Versuchen mit Ratten festgestellt, dass Curcumin, das auch in Curry enthalten ist, die Bildung des Enzyms Hämoxygenase-1 anregt. Dieses Enzym macht freie Radikale unschädlich, die zu Zellschädigungen und vorzeitigem Zelltod führen können.

In weiteren Versuchen soll nun untersucht werden, ob Curry gegen degenerative Erkrankungen wie Alzheimer schützen kann.

3. Kurkuma zur Behandlung von Mukoviszidose?

Die Gelbwurz (Curcuma longa) hat bereits bei Leberschäden, Krebs und der Wundheilung positive Effekte gezeigt. In einer neuen amerikanisch-kanadischen Studie zeigte Kurkuma bei Mäusen auch eine Verbesserung von Mukoviszidose-Erkrankungen.

Bei der Mukoviszidose (zystische Fibrose) liegt eine Mutation des Gens CFTR (cystis fibrosis transmembrane conductance regulator) und eine Fehlfaltung des entsprechenden Proteins vor. Das fehlgebildete Protein kann die Zelle nicht verlassen, es kommt zur Bildung von zähem Schleim in der Lunge, was zum Ersticken führen kann.

Der Kurkuma-Bestandteil Kurkumin bewirkt, dass das fehlgefaltete Protein an die Zelloberfläche vordringen kann und dort seine normale Funktion erfüllen kann.

Die Forscher hoffen, dass aus Kurkumin und verwandten Substanzen Phytotherapeutika zur Behandlung von Krankheiten, die von fehlgefalteten Proteinen herrühren, gewonnen werden können

4. Bier und Wein gegen Brustkrebs?

Forscher haben herausgefunden, dass die Phenola Epigallocatechin-Gallat, Xanthohumol und Resveratrol, die in Bier, Wein und Tee enthalten sind, die Zellvermehrung von Brustkrebszellen hemmen und so einer Tumorbildung entgegenwirken.

In älteren Studien wurde bei durch Alkohol, vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren, das Brustkrebsrisiko erhöhen kann. Regelmäßiger Alkoholgenuss regt demnach den Körper zur Produktion von weiblichen Sexualhormonen an, der erhöhte Spiegel an weiblichen Sexualhormonen könne wiederum zur Bildung von Tumorzellen führen.

5. Ein wirklich "gesundes" Bier

Amerikanische Forscher entdeckten, dass der Hopfen-Bestandteil Xanthohumol freie Radikale unschädlich machen kann und dadurch Zellen schützen kann. Nach Studien von Forschern am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg könnte Xanthohumol auch die Bildung von Krebszellen hemmen.

Beim Bierbrauen verflüchtigt sich Xanthohumol größtenteils. Wissenschaftler an der TU München entwickelten ein etwas abgeändertes Brauverfahren, in Weihenstephan wird nun das gesunde Weißbier mit dem Namen "Xan" gebraut. Es enthält 15 mal so viel Xanthohumol wie normales Weißbier, ist bisher im Direktvertrieb über das Internet bestellbar und soll demnächst in Bayern in einigen Supermarkt-Ketten erhältlich sein.   

6. Süßkartoffelextrakt gegen zu hohen Blutzucker?

Eine Studie mit Diabetes-Typ2-Patienten zeigte, dass Süßkartoffelextrakt den HbA1c-Wert, der Aussagen über die Langzeitblutzuckereinstellung macht, sowie den Nüchternblutzucker und den Blutzuckerspiegel nach dem oralen Glucosetoleranztest deutlich senkt. Daneben wurde auch eine Senkung des Gesamtcholesterinspiegels beobachtet.

Damit wurde die in der Volksmedizin bereits bekannte und eingesetzte Wirkung des Süßkartoffelextraktes bestätigt. Für die 5 Millionen Typ2-Diabetiker in Deutschland könnte eine Behandlung mit Süßkartoffelextrakt eine weitere Therapiemöglichkeit werden.

Nahrungsmittel mit negativen Effekten

1. Gicht durch Biergenuss

Eine amerikanische Studie, die 47.000 Ärzte und deren Ernährungsgewohnheiten über 12 Jahre hinweg beobachtete, bestätigte einen Zusammenhang zwischen Alkoholgenuss und Gichterkrankungen.

Bei einem Alkoholkonsum von täglich 10 bis 15 Gramm Alkohol (= 1/8 l Wein oder 0,35 l Bier) erhöht sich das Risiko, an Gicht zu erkranken, im Vergleich zu Abstinenzlern um 30%. Mit zunehmender Alkoholmenge nimmt das Risiko weiter zu, bei mehr als 50 Gramm Alkohol pro Tag ist es um das 2,5-fache erhöht.

Jedoch spielt nicht nur die Menge, sondern auch die Art des Alkohols eine Rolle. Wer täglich 25 Gramm Alkohol in Form von Bier zu sich nimmt (= 0,7 l) hat ein 2,5-fach höheres Risiko, wer dieselbe Alkoholmenge in Form von Spirituosen trinkt, hat ein 1,6-fach erhöhtes Risiko, wer dieselbe Menge als Wein zu genießt (=1/4 l Wein) hat kein erhöhtes Risiko. 

Alkohol erhöht den Harnsäure-Wert im Blut, beim Bier wird durch den hohen Puringehalt die Harnsäure-Konzentration noch weiter erhöht.

2. Herz-Kreislauf-Beschwerden durch Lakritz?

Eine Berlinerin hat den Süßwarenhersteller Haribo auf Schmerzensgeld verklagt, ihre Klage wurde jedoch abgewiesen.

Die Frau hatte vier Monate lang täglich 400 Gramm Lakritz zu sich genommen, brach dann mit Herzbeschwerden zusammen und musste mehrere Wochen im Krankenhaus behandelt werden. Durch den Genuss größerer Mengen des Lakritz-Inhaltsstoffes Glycyrrhizin (Süßholzwurzel) kam es zu einem Absinken der Kaliumkonzentration im Blut, zu einem erheblichen Blutdruckanstieg und letztendlich zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. 

Nach Ansicht der Klägerin hätte Haribo auf die gesundheitsschädliche Wirkung hinweisen müssen. Das Gericht lehnte die Klage ab, da der Anteil von Glycyrrhizin unter der Kennzeichnungspflicht von 0,2% Prozent liege und Hersteller zudem nicht auf Schäden, die durch einen übermäßigen Konsum eines Produktes entstehen, hinweisen müsse.

Mai 2004

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