Bluttest macht Antibiotika-Gabe bei vielen Atemwegserkrankungen überflüssig...
Schweizer Wissenschaftler am Universitätsklinikum in Basel haben an 243 Patienten die Wirksamkeit eines Bluttests getestet, mit dessen Hilfe abgeklärt werden soll, ob es sich bei Erkrankungen der unteren Atemwege um eine bakterielle oder eine virale Erkrankung handelt und ob daher eine Antibiotika-Gabe indiziert ist.
Der Bluttest bestimmt die Konzentration von Procalcitonin im Blut. Der Procalcitonin-Gehalt steigt im Gegensatz zu viralen Infektionen nach akuten bakteriellen Infektionen stark an.
Für die Procalcitonin-Konzentrationen im Blut gilt nach Ansicht der Forschergruppe folgendes:
Procalcitonin-Konzentration | Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Infektion | Antibiotika-Gabe |
kleiner 0,1µg/l | sehr unwahrscheinlich | nein |
0,1 - 0,25µg/l | unwahrscheinlich | nein |
0,25 - 0,5µg/l | wahrscheinlich | ja |
größer 0,5µg/l | wahrscheinlich | ja |
Wenn bei der Diagnose der Atemwegserkrankungen der Procalcitonin-Wert mit einbezogen würde, könnte daher in ca. 50% der Fälle eine unnötige Antibiotika-Gabe vermieden werden, was nicht nur in Anbetracht der zunehmend auftretenden Antibiotika-Resistenzen ein wichtiger Fortschritt wäre.
Eine Nachbeobachtung der Probanten zeigte, dass sich 97% der Patienten gut erholten und dass der nach Bestimmung der Procalcitonin-Konzentration erfolgte Verzicht auf Antibiotika zu keinen Gesundheitsschäden führte.

