Ballaststoffe können Blutdruck senken / Viele Vitamintabletten sind unnötig / Abneigung gegen Spinat kann genetisch bedingt sein / Verschreibung von Obst auf Rezept...
Einige Meldungen rund um das Thema "Ernährung":
Ballaststoffe können Blutdruck senken
Forscher der Universität in New Orleans haben 25 Studien mit insgesamt 1500 Teilnehmer ausgewertet und dabei festgestellt, dass die Aufnahme von täglich mindestens sieben Gramm Ballaststoffen den Blutdruck senken kann. Dieser Effekt tritt nach etwa acht Wochen bei entsprechender ballaststoffreicher Ernährung auf und ist besonders ausgeprägt bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine ballaststoffreiche Kost und zwar mindestens 30 Gramm täglich. Ballaststoffe, die vor allem in Vollkorn- und Getreideprodukten, aber auch in Gemüse, Obst, Kartoffeln vorkommen, sollten dabei immer mit genügend Flüssigkeit aufgenommen werden.
Viele Vitamintabletten sind unnötig
Fachleute wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnen davor, dass gerade viele ältere Menschen oftmals unnötig auf Vitamin- und Mineralstoffpräparate zurückgreifen. Jährlich werden in Deutschland fast 1,2 Milliarden Euro für diese Produkte ausgegeben.
In Deutschland tritt eine Unterversorgung höchstens bei Vitamin D, Folsäure, teilweise bei Vitamin E auf, ältere Menschen sollten aufgrund des Osteoporose-Risikos auch auf eine ausreichende Kalziumaufnahme achten. Ob jemand unter Vitamin- und Mineralstoffmangel leidet, hängt jedoch auch sehr stark mit den individuellen Ernährungsgewohnheiten und dem allgemeinen Gesundheitszustand zusammen. Oftmals wird die Einnahme von Vitamintabletten überflüssig, wenn einfach jeden Tag etwas mehr Milch getrunken wird, der Durst mit Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt gestillt wird und man häufiger spazieren geht.
Bedenklich ist aus der Sicht der Fachleute auch, dass viele Menschen durch die Werbung in den Medien der Meinung sind, mit den Vitaminpräparaten auch Krankheiten heilen zu können. Dabei kann eine Vitamin-Überdosierung (z.B. Vitamin E) durchaus auch die Gesundheit negativ beeinflussen. Besser als der Griff zu Vitamintabletten ist daher in jedem Fall eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise .
Abneigung gegen Spinat kann genetisch bedingt sein
Forscher des Deutschen Institutes für Ernährungsforschung fanden heraus, dass manche Menschen bestimmte Bitterstoffe besser wahrnehmen können als andere und eine Abneigung gegen Kohl oder Spinat entwickeln.
Diese Menschen besitzen eine bestimmte Variante des Bittergeschmacksrezeptors hTAS2R38 und können die Bitterstoffe Phenylthiocarbamid und Propylthiouracil besonders gut wahrnehmen.
Verschreibung von Obst auf Rezept
Ein britischer Hausarzt darf in Absprache mit dem Gesundheitsministerium seinen Patienten ein Jahr lang frisches Obst und Gemüse verschreiben. Dadurch soll getestet werden, ob die ärztliche Verordnung von Obst und Gemüse das Ernährungsverhalten von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessern kann.
Der Hausarzt gibt seinen Patienten Gutscheine für Obst und Gemüse, die im örtlichen Supermarkt eingelöst werden können. Die Arztpraxis rechnet anstelle mit der Krankenkasse dann mit dem Supermarkt ab. Das britische Gesundheitsministerium finanziert diesen Versuch mit 15 000 Pfund. Ob die Patienten nach der ärztlichen Verordnung von Obst und Gemüse tatsächlich eine gesündere Ernährungsweise eingehen, wird von Wissenschaftlern des University College in Chester überprüft. Man erhofft sich von diesem Projekt eine deutliche Abnahme ernährungsbedingter Krankheiten.

