Vitamin B2, Folat und Sauerstoff-Überdrucktherapie gegen Migräne...

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie stellen Kopfschmerzen seit vielen Jahren die häufigsten Beschwerden dar.

Etwa zwei Drittel der Deutschen leiden unter Kopfschmerzen, jeder Zehnte sogar unter starken Kopfschmerzen. 10% der Erwachsenen (6-8% der Männer, 12-14% der Frauen) und ca. 4-5% der Kinder sind Migräne-Patienten. Ein Migräne-Anfall dauert meist zwischen 4 und 72 Stunden und wird oft von Übelkeit und Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Bei einer Migräne mit Aura treten vor dem Anfall Ausfallerscheinungen wie Seh- und Sprachstörungen, Lähmungen oder Schwindel auf. 

Vitamin B2 und Folat gegen Migräne

Untersuchungen haben die vorbeugende Wirkung von Riboflavin (Vitamin B2) auf Migräneattacken bestätigt. Eine Riboflavingabe optimiert vermutlich die Energiezufuhr für die Nervenzellen des ZNS, welche bei Migränepatienten einen erhöhten Energieverbrauch aufweisen.

Eine andere aktuelle neuseeländisch-australische Studie fand heraus, dass bei Patienten, die unter Migräne mit Aura litten, das Gen Methylentetrahydrofolat-Reduktase deutlich häufiger Mutationen aufwies als bei Personen ohne Migräne. Dieses Gen war aufgrund von anderen Untersuchungen bereits mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko in Zusammenhang gebracht worden. Migräne-Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko, später einen Schlaganfall zu erleiden.

Durch die Genmutation besitzen Migräne-Patienten vermutlich eine höhere Konzentration der Aminosäure Homocystein im Blut. Folat kann den Homocystein-Spiegel senken. Man hofft daher, dass eine folatreiche Ernährung oder folathaltige Nahrungsergänzungsmittel nicht nur Migräneanfälle, sondern auch Schlaganfälle verhindern. Allerdings stehen noch weitere Forschungen zu diesem Thema aus. 

Sauerstoff-Überdrucktherapie

Eine Untersuchung der Wirkung einer Sauerstoff-Überdrucktherapie im Druckkammerzentrum Kassel auf Migräne-Leiden ergab bei etwas mehr als einem Viertel der behandelten Patienten eine Besserung der Migräneanfälle (Häufigkeit und Intensität). Jedoch konnte diese Wirkung nur bei Patienten, die erst wenige Jahre unter Migräne litten, erzielt werden. Bei langjährigen Migräne-Patienten hatte die Sauerstoff-Überdrucktherapie keinen Effekt.

Die Forscher vermuten, dass die Sauerstoff-Überdrucktherapie in den Serotonin-Stoffwechsel des Gehirns eingreift, wodurch sich auch erklären lässt, warum diese Art der Therapie auch einen akuten Migräneanfall abbrechen kann. Die langfristige Wirkung der Therapie (viele Patienten blieben drei Monate lang beschwerdefrei) konnte jedoch noch nicht ausreichend begründet werden.

April 2004

Gesundheitsreform: Welche Medikamente die Krankenkassen ab 1. April 2004 wieder erstatten...
Kleinkinder: Impfmüdigkeit und Masernpartys...
Rauchen kann zu Altersblindheit und vorzeitigem geistigen Verfall führen...
AIDS: Neue Forschungserkenntnisse...
Mehr Bakterien im Büro als auf der Toilette...
Vitamin B2, Folat und Sauerstoff-Überdrucktherapie gegen Migräne...
Zwischenmenschliches, Lust und Leidenschaft...
Ein guter Witz hat die gleiche Wirkung auf das Gehirn wie Kokain...
Signalprotein des Ungeborenen löst Wehen bei der Mutter aus...
Zunehmende Multiresistenzen bei Tuberkulose / neuer Impfstoff wird erprobt...

Information

Newsletter/Kurse

KITSky

Haben Sie noch Fragen?

  • Tel: 0721-883363

Facebook, Twitter

Buch des Monats

  • Dr. Dr. Hildebrand - Die mündliche Überprüfung

Jahresprospekt

  • Das aktuelle kreawi-Jahresprospekt können Sie sich hier herunterladen