Kleinkinder: Impfmüdigkeit und Masernpartys...
Kinderärzte warnen vor einer Impfmüdigkeit bei Kleinkindern. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Masernimpfungen um knapp 30% zurück, auch gegen Wundstarrkrampf und Keuchhusten wurden deutlich weniger Kleinkinder geimpft als zuvor. Nach Ansicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sei dies u.a. auch darauf zurückzuführen, dass viele Eltern fälschlicherweise annehmen, dass bei Kinder- und Jugendärzten eine Praxisgebühr zu entrichten sei.
Generell würden jedoch die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Impfungen von der Krankenkasse übernommen, so dass Eltern die notwendigen und fehlenden Impfungen bei Kindern und Jugendlichen möglichst vornehmen lassen sollten.
Wegen der zunehmend geringeren Durchimpfungsrate steige nach Angaben des BVKJ auch die Gefahr von Masernepidemien. Masern können zu Komplikationen wie Lungen- und Gehirnhautentzündungen führen, daher gehe jeder, der seine Kinder nicht impfen lässt, ein großes Risiko ein.
Prof. Heinz-Josef Schmitt, Kinderarzt und Impfspezialist an der Universität Mainz, betont, dass die Masernimpfung nur gelegentlich von Fieber oder einem Hautausschlag begleitet würde und das Immunsystem eines Kleinkindes den Impfstoff sehr gut verkraften könne.
Angesichts der Tatsache, dass Masern in den westlichen Industrieländern in 10 bis 20% der Fälle zu Komplikationen führen und es bei einem von 1.000 Patienten zu einer Gehirnentzündung komme, seien Masernpartys, wie sie von einigen Eltern immer noch veranstaltet würden, um ihre Kinder absichtlich infizieren zu lassen, verantwortungslos.
Zudem widerlegte eine dänische Studie vor kurzem auch den Verdacht, dass zwischen Impfungen bei Kindern und dem vermehrten Auftreten von Typ-1-Diabetes-Erkrankungen ein Zusammenhang bestehen könnte. Eine Untersuchung der Daten von allen zwischen 1990 und 2000 geborenen Kindern in Dänemark, bei denen Informationen über Impfungen vorlagen, konnte keinen derartigen Zusammenhang erkennen.

