Johanniskraut auch bei schweren Depressionen wirksam und gut verträglich...
In der online-Ausgabe des "British Medical Journal" zeigt eine deutsche Studie, dass Johanniskraut (Hypericum-perforatum)-Extrakt auch bei mittelschweren bis schweren Depressionen mindestens genauso wirksam ist wie der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer Paroxetin und zudem besser vertragen wird.
In die Studie wurden ambulante Patienten aus 21 Kliniken, die eine mittelschwere bis schwere Depression hatten, einbezogen. Für die Beurteilung der Depression wurde die Hamilton-Depressionsskala benutzt, die 17 Unterpunkte enthält und bei der mit Hilfe von Fragestellungen und verschiedenen Einstufungskategorien der depressive Zustand bestimmt werden kann. Bei einer Summenzahl unter 10 liegt ein nicht-depressiver Zustand vor, bei Werten unter 18 eine leichte Depression. Die für die Studie untersuchten Patienten wiesen eine Summenzahl von mindestens 22 Punkten, also mindestens eine mittelschwere Depression auf.
125 Versuchsteilnehmer erhielten 3x täglich 300mg Johanniskraut-Extrakt, 126 Probanden nahmen täglich 20mg Paroxetin zu sich. Die Dosis der Medikamente konnte verdoppelt werden, wenn die Patienten zu Beginn nicht genügend ansprachen.
Der Erfolg der Therapie wurde anhand der Veränderung des Hamilton-Summenwertes beurteilt. Nach 42 Tagen nahm bei den mit Johanniskraut behandelten Patienten der Hamilton-Wert um 14,4 Punkte, bei der Paroxetin-Gruppe um 11,4 Punkte ab. Die Forscher bezeichneten diese Ergebnisse als "klinisch relevant".
Auch bei den Nebenwirkungen schnitt das Hypericum-Präparat besser ab: bei der Johanniskraut-Gruppe berichteten 55% über insgesamt 172 Nebenwirkungen, während in der mit Paroxetin behandelten Gruppe 76% über insgesamt 269 Nebenwirkungen klagten.

