Impfung mit Impf-Kartoffeln..
In einer US-amerikanischen Studie konnte ein Hepatitis-B-Impfschutz durch genmanipulierte Kartoffeln aufgefrischt werden. Die Wissenschaftler schleusten die Gene für das Hepatitis-B-Oberflächenantigen in das Genom von Kartoffelpflanzen ein, welche daraufhin dieses Protein in hohen Konzentrationen in den Knollen produzierten.
In ersten klinischen Tests an 42 Probanden, die in der Vergangenheit bereits gegen Hepatitis B geimpft worden waren, konnte mit den genmanipulierten Kartoffeln in zwei Dritteln der Fälle der Impfschutz aufgefrischt werden. Die Versuchsteilnehmer mussten alle zwei Wochen rohe, aber geschälte Kartoffeln essen. Eine Gruppe nahm normale, nicht genmanipulierte Kartoffeln zu sich und diente als Kontrollgruppe, die anderen Versuchsteilnehmer aßen zwei bzw. drei Portionen (jeweils 100 Gramm) der Impf-Kartoffeln.
In der Gruppe, die drei Portionen zu sich nahm, wurde bei 10 von 16 Teilnehmern ein deutlicher Anstieg des Hepatitis-B-Oberflächenantigen-Titers beobachtet, bei vier von ihnen sogar Werte, wie sie mit dem konventionellen Impfstoff erzielt werden. Bei den 17 Versuchsteilnehmern, die zwei Portionen der genmanipulierten Kartoffeln aßen, zeigten neun Personen einen deutlichen, aber nicht ganz so starken Anstieg des Antigen-Titers. Bei der Kontrollgruppe wurde keine Änderung des Titers festgestellt.
In weiteren Versuchen soll der essbare Impfstoff noch an ungeimpften Menschen getestet werden. Die Forscher sehen in der neuen Impf-Kartoffel eine erfolgsversprechende Alternative zur üblichen Impfung. Gerade in ärmeren Ländern stellt Hepatitis B eine Gesundheitsgefahr dar, da Impfungen zu teuer sind, der Impfstoff immer gekühlt gelagert und von Fachkräften injiziert werden muss.
Andere Forscherteams beschäftigen sich zur Zeit mit essbaren Impfstoffen, in Form von Gemüse oder Obst, gegen Keuchhusten, Tetanus und Diphtherie.

