Darmkrebs als häufigste Krebs-Neuerkrankung in der EU / Wirkungsweise pflanzlicher Tumorhemmer / Hunde können Krebs erschnüffeln...

Einige Meldungen zum Thema "Krebs":


Darmkrebs war 2004 die häufigste Krebs-Neuerkrankung in der EU

Neue Zahlen zur Krebssituation in der EU hat die "International Agency for Research on Cancer (IARC)" veröffentlicht.

Demnach waren im Jahr 2004 die häufigsten Krebsarten:

Darmkrebs: 13,6% der Krebs-Neuerkrankungen
Brustkrebs: 13,3% der Krebs-Neuerkrankungen
Lungenkrebs: 12,5% der Krebs-Neuerkrankungen

1990 war die Reihenfolge der häufigsten Krebsarten noch anders, damals war Lungenkrebs mit 15,7% vor Darmkrebs (15,3%) und Brustkrebs (14,1%) die häufigste Krebsart.

In den Ländern der EU erkrankten im letzten Jahr ca. 2.000.000 Menschen an Krebs, was ca. 453 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern entspricht (1990: 320 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern).

Die Sterberate infolge von Krebserkrankungen hatte sich hingegen zwischen 1990 (243 Sterbefälle pro 100.000 Einwohner) und 2004 (255 Todesfälle pro 100.000 Einwohner) nicht drastisch geändert. Den größten Anteil an Todesfällen macht nach wie vor der Lungenkrebs aus: 20% der Menschen, die 2004 an Krebs starben, litten unter Lungenkrebs, darunter auch immer mehr Frauen, 12% unter Darmkrebs und 7,6% unter Brustkrebs.

Bei Männern traten Krebsfälle häufiger (54%) auf als bei Frauen, bei ca. 20% der Neuerkrankungen bei Männern wurde Lungenkrebs diagnostiziert, zweithäufigste Krebsart war der Prostatakrebs (15,5%). Rund 25% der männlichen Krebstoten starben an Lungenkrebs, 10,7% an Darmkrebs.

Häufigste Krebsart bei den Neuerkrankungen stellte bei den Frauen mit 27,4% der Brustkrebs dar, gefolgt von Darmkrebs mit 13,3%. Häufigster Grund für den Krebstod war bei ihnen mit 17,4% der Brustkrebs, in 13,3% der Fälle Darmkrebs und in 9,8% der Fälle Lungenkrebs.

 
Wirkungsweise pflanzlicher Tumorhemmer

Forscher am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf konnten die Wirkungsweise tumorhemmender pflanzlicher Stoffe an Leukämie-, Lungenkrebs- und Brustkrebszellen zeigen.

Polyphenole haben schon lange in der Pflanzenheilkunde als tumorvorbeugende und -hemmende oder entzündungshemmende Wirkstoffe Verwendung. Zu diesen pflanzlichen Substanzen zählen Bestandteile des Grünen Tees, Gossypol aus Baumwollsamen, Hypericin aus Johanniskraut, Chlorogensäure aus der Weidenrinde, Quercetin aus der Eiche. Die genaue Wirkungsweise dieser Polyphenole war bisher noch nicht bekannt.

Das Hamburger Forscherteam konnte zeigen, dass Polyphenole schon in kleinsten Konzentrationen bestimmte Enzyme in Tumorzellen hemmen. Diese Enzyme bilden normalerweise intrazelluläre Signalmoleküle und kurbeln in Tumorzellen das Zellwachstum an. Da Polyphenole, die am besten wirksam sind, wenn mehrere Polyphenole in Kombination eingesetzt werden, diese Enzyme blockieren, erzielen sie dadurch eine tumorhemmende Wirkung. Auch bei Polyphenolen, die bisher in der Phytotherapie noch nicht als Tumorhemmer verwendet wurden, konnte dieser Wirkungsmechanismus nachgewiesen werden.


Hunde können Krebs erschnüffeln

Ein in Südafrika lebender Amerikaner hat in einem dreimonatigen Versuch verschiedene Hunde (Pudel, Labradors, portugiesische Wasserhunde,...) mit Atemproben von Krebspatienten trainiert. Sie mussten Atemproben eines Patienten mit Darm- oder Brustkrebs erkennen lernen.

Nach der noch unveröffentlichten Testreihe glaubt der Versuchsleiter, dass Hunde bei Menschen in über 90% der Fälle Krebserkrankungen erkennen können. Schon die Chinesen wussten vor 3000 Jahren, dass Hunde Krankheiten beim Menschen erriechen können. Hunde werden bisher mit ihrem sehr sensiblen und hoch entwickelten Geruchssinn beim Aufspüren von verschütteten Menschen, Bomben oder Drogen eingesetzt.

In weiteren Großversuchen, sofern deren Finanzierung gewährleistet werden kann, will der Versuchsleiter die Ergebnisse der aktuellen Studie noch untermauern. Ein weiterer Traum besteht für ihn darin, Hunde auch für das Erkennen anderer Krankheiten wie AIDS oder Tuberkulose abzurichten.

März 2005

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