Schizophrenie durch bleihaltiges Benzin?...
Forscher an der Columbia Universität in New York kamen zu dem Ergebnis, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Blei in Kontakt gekommen waren, später ein doppelt so hohes Risiko für eine Schizophrenie-Erkrankung haben wie andere Erwachsene.
Das Team um Esra Susser untersuchte 44 Fälle von Schizophrenie-Erkrankungen und fand im Blut der Mütter eine erhöhte Bleibelastung. Sie griffen dabei auf Daten über ca.12.000 Kinder, die zwischen 1959 und 1966 in Oakland, Kalifornien, geboren wurden, zurück. Das den Müttern damals während der Schwangerschaft abgenommene Blutserum war für spätere Analysen aufbewahrt worden. In den sechziger Jahren gelangt noch ein beachtlicher Anteil an Blei durch die Verwendung von bleihaltigem Benzin in die Umwelt
Sollte sich der Verdacht von Susser bestätigen, wäre dies der erste nachgewiesene Zusammenhang zwischen Schizophrenie und einem Umweltgift. Bis heute ist die genaue Ursache der Entstehung von Schizophrenie noch unbekannt.
Susser vermutet, dass Blei auf das Gehirn des Ungeborenen die gleiche Wirkung haben könnte wie Alkohol. Neuere Studien an neugeborenen Mäusen ergaben, dass Alkohol zu einer stark erhöhten Selbstzerstörungsrate von Nervenzellen führt. Normalerweise tritt diese Selbstzerstörung nur dann auf, wenn Nervenzellen während der Hirnentwicklung keine Verbindung zu anderen Nervenzellen aufnehmen konnten. Auch bestimmte Medikamente scheinen den Selbstmord von Nervenzellen auslösen zu können.

