Weitere Broschüren und Informationen zum Thema "Mobilfunk und Gesundheit"...
Nach wie vor auch unter Wissenschaftlern nicht unumstritten und immer wieder mit Widersprüchen behaftet ist die Wirkung von elektromagnetischen Feldern auf den Menschen, insbesondere wenn es um die Benutzung von Handys geht.
Informationsbroschüren für Eltern und Ärzte
In einer gemeinsamen Aktion wurden vom Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) und der "Kinderumwelt", einer gemeinnützigen GmbH der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, vor kurzem zwei neue Informationsbroschüren zu diesem Thema veröffentlicht (können unter http://www.izmf.de/html/de/36941.html heruntergeladen werden):
o "Mobilfunk und Gesundheit - Eine Information für Eltern"
Diese Broschüre geht auf die wichtigsten Fragen von Eltern ein und informiert aus der Sicht des Arztes.
o "Mobilfunk und Gesundheit - Eine Information für Ärzte"
Diese Broschüre soll über die biologischen Wirkungen von Mobilfunk-Feldern, Übersichtsarbeiten zu Mobilfunk und Gesundheit, den Schutz empfindlicher Personen sowie Risikowahrnehmung und -kommunikation informieren. Sie geht auf die thermischen, durch Wärme verursachte Effekte des Mobilfunks, aber auch auf die athermischen Wirkungen ein (möglicher Zusammenhang mit Krebserkrankungen, Beeinflussung des zentralen Nervensystems und Gehirns). Vor allem die Existenz der athermischen Wirkungen wird in der Forschung sehr kontrovers diskutiert.
Athermische Wirkungen des Mobilfunks
Die athermischen Effekte beruhen auf sehr schwachen elektromagnetischen Feldern, die nicht mit Wärmeentwicklung verbunden sind. Folgende Wirkungen der athermischen Strahlung werden in der Broschüre beleuchtet:
o Hirnströme: Im EEG, vor allem bei komplexen Aufgaben zur Informationsverarbeitung, wurden Hinweise auf eine Beeinflussung neurophysiologischer Prozesse gefunden. Die gesundheitliche Relevanz ist noch unklar.
o Kognitive Leistungen: Gedächtnis-, Lern- und Reaktionsfunktionen zeigten eine verkürzte Reaktionszeit, wobei diese im natürlichen Schwankungsbereich lag.
o Schlafparameter: Es wurden gegensätzliche Informationen zur Einschlafzeit beobachtet, die Wachtraumphase schien verkürzt zu sein.
o Hormone: Eine früher beschriebene Sekretion bestimmter Hypothalamushormone konnte nicht bestätigt werden, ebenso wurde keine Korrelation mit einer Abnahme der Melatonin-Sekretion beobachtet.
o Öffnung der Blut-Hirn-Schranke: Bei Ratten wurde teilweise, jedoch bei sehr hohen Feldstärken, ein Übertritt von Blut ins Gehirn und nachfolgend eine Degeneration von Gehirnzellen festegestellt. Die Ergebnisse waren jedoch nicht konsistent.
o Ionentransport durch Membranen: Ein zunächst beschriebener Kalzium-Efflux aus dem Gehirngewebe von Küken wurde nicht bestätigt.
o Blutbild: Eine "Geldrollenagglutination" von Erythrozyten wurde in der neueren Literatur im Zusammenhang mit Mobilfunk nicht mehr beschrieben.
o Krebsentstehung: Wegen der langen Latenzzeit zwischen Handynutzung und Tumorbildung sind Aussagen nur schwer zu treffen
o vermutlich keine direkte DNA-Schädigung und Tumorbildung
o eventuelle tumorpromovierende Wirkung
- vermehrtes Auftreten von Lymphomen bei Mäusen, konnte in Folgeversuchen nicht mehr bestätigt werden
- in Schweden leichte Zunahme von Hirntumoren auf der zum Telefonieren benutzten Kopfseite
- in Deutschland wurde ein 3-4 fach höheres Risiko, an seltenen Augentumoren zu erkranken, beschrieben
Einen möglichen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Krebs untersucht die WHO im Augenblick in der "Interphone"-Studie. Mit den Ergebnissen wird Ende 2004 gerechnet.
o Befindlichkeitsstörungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge hochfrequenter elektromagnetischer Felder im Umfeld von Basisstationen wurden beschrieben.
Auswirkungen von Mobilfunk
Als Auswirkungen von Mobilfunk wird aufgeführt:
o gesicherte Auswirkungen: Verkehrsunfälle (bei Benutzung im Verkehr), Interferenz mit medizinischen Implantaten (z.B. Herzschrittmacher)
o wahrscheinliche Auswirkungen: auf Hirnströme, beschleunigte Reaktionszeit, unspezifische Symptome (Kopfschmerz, Müdigkeit,...), Schlafphasen
o mögliche Auswirkungen: Hirntumoren
o nicht beurteilbare Auswirkungen: Augentumoren
Generell gilt: Bei schlechter Empfangsqualität (im Auto, Keller,...) arbeitet ein Handy mit größerer Feldstärke, beim Verbindungsaufbau tritt die volle Leistung auf, erst danach wird die Feldstärke minimiert. Eine deutlich geringere Belastung kann bereits dadurch erreicht werden, dass das Handy einige Millimeter vom Kopf weggehalten wird.
Kinder, die für elektromagnetische Strahlungen empfindlicher sind, sollten möglichst wenig mit Handys telefonieren.
ECOLOG-Studie sieht deutlichere Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkung
Eine andere aktuelle Studie des ECOLOG-Instituts in Hannover beurteilt die verschiedenen wissenschaftlichen Erkenntnisse etwas kritischer, sieht teilweise deutliche Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen der elektromagnetischen Strahlung auch bei sub-thermischen Intensitäten und gibt entsprechend schärfere Vorsorgeempfehlungen.
Einige bei dieser Studie betrachteten Punkte:
- Erhöhtes Risiko für verschiedene Tumoren im Kopfbereich bei Personen, die Mobiltelefone häufig und über längere Zeit genutzt haben, Hinweise auf kanzerogene Wirkung in epidemiologischen Studien.
- Störungen des Immunsystems erscheinen nicht ausgeschlossen
- Beeinflussung der Fortpflanzung, Schwangerschaftsprobleme, Schäden bei Kindern nur bei Exposition deutlich über dem gültigen Grenzwert
- Unterhalb des Grenzwertes nur sehr schwache Hinweise auf gentoxische Wirkungen
- Konsistente Hinweise auf Beeinflussung der Gehirnfunktion und Gedächtnisleistung, Veränderung der Gehirnaktivität im Schlaf, konsistente Hinweise auf Beeinflussung des Nervensystems
- Konsistente Hinweise auf die Ausschüttung von Stresshormonen, schwache Hinweise auf Störungen im Melatonin-Haushalt
- Hinweise auf mögliche Störungen des Kalzium-Haushaltes
- Konsistente Hinweise auf eine Aktivierung von Hitzeschock-Proteinen
- Starke Hinweise auf eine verstärkte Zellproliferation
Auch diese Studie kann im Internet aufgerufen bzw. heruntergeladen werden: www.ecolog-institut.de "Biologische Wirkungen schwacher HF-Felder und Empfehlungen zur Begrenzung der Exposition durch Funksendeanlagen"

