"Alterdiabetes" als Zivilisationskrankheit auch bei immer mehr jüngeren Menschen...
Während Diabetes mellitus Typ 2, der so genannte "Alterdiabetes", bis vor einigen Jahrzehnten fast nur bei älteren Menschen zu finden war, entwickelt er sich seit einiger Zeit mehr und mehr zu einer Zivilisationskrankheit, die zunehmend auch bei Kindern und Jugendlichen auftritt.
Im Gegensatz zum Diabetes mellitus Typ 1 ("juveniler Diabetes"), bei dem zu wenig Insulin produziert wird und der durch Insulingabe behandelt werden kann, kann beim Diabetes Typ 2 noch Insulin produziert werden, die Körperzellen können jedoch nicht mehr ausreichend auf das Insulin reagieren.
Mit verantwortlich für die Entstehung des Typ 2-Diabetes ist eine fehlerhafte und übermäßige Ernährung. Die meisten Typ 2-Diabetiker sind übergewichtig, viele krankhaft übergewichtig. Eine Wiener Studie wies nach, dass sich der Typ 2-Diabetes durch Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung in 90% der Fälle verhindern ließe.
Der Typ 2-Diabetes tritt wegen ähnlicher Ernährungs- und Lebensgewohnheiten gemeinsam mit Übergewicht und Herzkreislauferkrankungen oft familiär gehäuft auf.
Am so genannten Metabolischen Syndrom, in dem Diatetes gepaart mit Fettstoffwechselkrankeiten, Adipositas (krankhaftem Übergewicht) und Bluthochdruck auftritt, leiden ca. 20-30% der erwachsenen Bevölkerung im mittleren oder höheren Lebensalter. Die hohen Zahlen an übergewichtigen Kindern und Jugendlichen lassen eine weitere rapide Zunahme des Typ 2-Diabetes befürchten.
In Deutschland leiden nach offiziellen Angaben 5% der Bevölkerung an Diabetes, Studien zufolge liegt die Zahl eher bei 10%. Weltweit leiden knapp 200 Millionen Menschen an Diabetes Typ 2, bis zum Jahr 2025 werden es schätzungsweise 333 Millionen sein. Da der Altersdiabetes eher schleichend beginnt, bleibt ein zu hoher Blutzuckerspiegel oft lange Zeit unerkannt und wird erst dann diagnostiziert, wenn die ersten Folgeschäden auftauchen. Die Folgeschäden können vielfältig sein: Gefäßerkrankungen, Nervenschäden, Nierenschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen...
Im November 2003 wurden anlässlich des Weltdiabetestages in 5500 deutschen Apotheken im Rahmen einer Aktionswoche Blutzuckertests angeboten. Dabei erfuhren 5% der 8241 getesteten Kunden erstmals von ihren sehr stark erhöhen Blutzuckerwerten und dem dringenden Verdacht auf Diabetes, bei weiteren 7% gab es Hinweise auf einen möglichen Diabetes.

