Enger Kontakt mit kleinen Geschwistern schützt vor Multipler Sklerose...
Nach der "Hygiene-Hypothese" unterstützen Infektionen und der Kontakt zu Allergenen und Krankheitserregern in den ersten Lebensjahren die Entwicklung des Immunsystems und reduzieren die Gefahr, später an Autoimmunkrankheiten oder Allergien zu erkranken. Bei allergischen Erkrankungen waren bereits Hinweise dafür gefunden worden, dass der enge Kontakt mit Geschwistern eine Schutzwirkung hat, eine aktuelle Untersuchung befasste sich mit der Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose (MS).
Die australische Studie analysierte bei 136 Patienten, die an Multipler Sklerose erkrankt waren, sowie 272 Kontrollpersonen, inwieweit sie in den ersten sechs Lebensjahren Kontakt zu Kleinkindern, insbesondere jüngeren Geschwistern hatten.
Die Auswertungen ergaben, dass der enge Kontakt mit jüngeren Geschwistern in den ersten sechs Lebensjahren das Risiko für Multiple Sklerose senkt, MS-Patienten hatten deutlich weniger kleine Geschwister als die Kontrollpersonen. Bestand in den ersten sechs Lebensjahren 1-3 Jahre lang ein enger Kontakt zu jüngeren Geschwistern, war das MS-Risiko um 43% niedriger als bei Personen, die nur maximal ein Jahr Kontakt zu kleineren Geschwistern hatten. Bei einem längeren Kontakt war das Risiko einer MS-Erkrankung noch deutlicher verringert: bei einem Kontakt von 3-5 Jahren sank das Risiko um 60%, bei einem Kontakt von mehr als 5 Jahren um 88%.
Multiple Sklerose wird u.a. mit Infektionen des Epstein-Barr-Virus (EBV) in Verbindung gebracht, viele MS-Patienten weisen einen erhöhten EBV-Antikörper-Titer auf. Bei den Versuchsteilnehmern der australischen Studie wurde festgestellt, dass ein Kontakt mit kleineren Geschwistern eine reduzierte Immunantwort auf den EBV-Erreger bewirkt. Bestand wenigstens ein Jahr lang Kontakt zu kleineren Geschwistern, traten hohe EBV-Antikörper-Titer 67% seltener auf. Auch dies spricht für die "Hygiene-Hypothese".


