Allergien: Früherkennung und frühzeitige Behandlung sind wesentlich...
Frühzeitige Allergiediagnostik bei Kindern
Ein Vortrag beim Medica-Kongress in Düsseldorf beschäftigte sich mit der "Frühzeitigen Allergiediagnostik bei Kindern".
Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden unter Allergien: 6 bis 7% der 5- bis 15-Jährigen weisen eine sogenannte atopische Dermatitis auf, 3 bis 11% Heuschnupfen und 3 bis 7% Bronchialasthma. In 40% der Fälle entsteht aus einer atopischen Dermatitis oder Heuschnupfen im weiteren Verlauf ein Bronchialasthma. Eine frühzeitige Behandlung von Allergien ist daher wichtig, die Therapie umfasst eine Allergenvermeidung, Medikamente oder eine Hyposensibilisierung.
Beim Auftreten von Allergien spielt auch eine genetische Komponente eine Rolle, so dass Kinder, deren Eltern oder Geschwister unter Allergien leiden, ein erhöhtes Risiko besitzen, ebenfalls an Allergien zu erkranken. Einen gewissen Schutz vor Allergien bietet eine Allergenvermeidung in den ersten Lebensmonaten: werden Säuglinge mindestens vier Monate lang gestillt, verringert sich das Risiko von Lebensmittelallergien, welche eine atopische Dermatitis negativ beeinflussen können. Bei Risikokindern sollte zudem in der Wohnung nicht geraucht werden, in den ersten beiden Lebensjahren keine Haustiere gehalten werden und milbendichte Matratzen zum Einsatz kommen. Probiotika können die sich beim Säugling noch entwickelnde Darmflora unterstützen und das Immunsystem kräftigen, Hydrolysat (HA)-Nahrungen verringern ebenfalls die Häufigkeit von Allergieerkrankungen.
Hausstaub- und Pollensensibilisierungen können schon bei ein- bis zweijährigen Kindern nachgewiesen werden, Heuschnupfen kann bereits bei zwei- bis dreijährigen Kindern, in der dritten Pollensaison nach der Geburt, auftreten.
Die Referenten beim Medica-Kongress wiesen zudem darauf hin, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass Impfen das Auftreten von Allergien fördert.
Neue EU-Richtlinie zur Kennzeichnung von Lebensmitteln
Gute Nachrichten für Nahrungsmittelallergiker bringt eine ab 25.11.2005 geltende neue EU-Richtlinie, nach der bei Lebensmitteln genauere Angaben zu deren Inhaltsstoffen vermerkt sein müssen.
In Deutschland leiden 1 bis 3% der Erwachsenen und 4 bis 6% der Kinder und Jugendlichen unter Lebensmittelallergien. Ein konsequentes Vermeiden des allergieauslösenden Stoffes war bisher nicht immer einfach, da die genauen Inhaltsstoffe von Lebensmitteln oft nicht ersichtlich waren.
Während bisher Bestandteile von zusammengesetzten Lebensmitteln nicht einzeln angegeben werden mussten, wenn ihr Anteil unter 25% lag ("25-Prozent-Regel") und manche Angaben nur grobe Informationen lieferten (z.B. "pflanzliches Öl" ohne weitere Definition, um welches pflanzliche Öl es sich genau handelt), wird mit Inkrafttreten der neuen Richtlinie mehr Transparenz in die Inhaltsstoffe der Lebensmittel kommen.
In Zukunft müssen insbesondere auch folgende potenziell allergieauslösende Lebensmittelbestandteile bei den Zutaten, auch bei zusammengesetzten Lebensmitteln oder Getränken, aufgeführt werden, wenn sie bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendet wurden: glutenhaltige Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnuss,..), Sellerie, Senf, Sesam sowie die aus diesen Produkten hergestellten Erzeugnisse, Schwefeldioxid und Sulfite.

