Vitamine gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen?...

Es wird vermutet, dass antioxidativ wirkende Vitamine eine Rolle bei der Arteriosklerose spielen können.  Gemäß der Hypothese der oxidativen Modifikation entsteht Arteriosklerose dadurch, dass ein bestimmtes Lipoprotein in den Blutgefäßen durch Oxidation verändert wird. Antioxidantien können eine derartige Lipid-Peroxidation verhindern, wodurch sich möglicherweise die Bildung von Arteriosklerose und daraus entstehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterdrücken lassen könnte. Andere Informationen deuteten darauf hin, dass diese Vitamine die Gefahr, an Krebs zu erkranken, verringern können.

Verschiedenste Untersuchungen beschäftigten sich daher damit, ob Vitaminzusätze, insbesondere Vitamin A, C, E, ß-Carotin, Folsäure, Kombinationspräparate von antioxidativen Vitaminen und Multivitamin-Zusätze, eine vorbeugende oder lindernde Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs  zeigen.

Die  US. Preventive Services Task Force (USPSTF)  hat diese zahlreichen unterschiedlichen Studien analysiert und folgende Empfehlungen ausgesprochen (Annals of Internal Medicine; 2003; 139, 51-55 56-70):

- Vitamin A, C, E, Multivitaminpräparate mit Folsäure oder Kombinationen aus antioxidativen Vitaminen:

Es liegen keine ausreichenden Ergebnisse und Beweise für die eine präventive Wirkung dieser Vitamine gegen Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.  Die USPSTP gibt daher weder eine Empfehlung für oder gegen diese Vitamine ab. 

- ß-Carotin:

Hier gibt die USPSTF eine Negativempfehlung ab, da dieses (Pro-)Vitamin nicht nur keine Wirkung gegen Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt, sondern bei starken Rauchern das Risiko von Lungenkrebs und die Sterblichkeitsrate erhöhe.

Bei diesen Empfehlungen wurde jedoch nur die präventive Wirkung dieser Vitamine gegen Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen berücksichtigt, andere durchaus sinnvolle Gründe, Vitamine zu nehmen (z.B. Folsäure vor oder während der Schwangerschaft, zusätzliche Vitamineinnahme bei Vitaminmangel oder verstärktem Vitaminverbrauch), wurden nicht betrachtet.  

Mit Ausnahme des ß-Carotins, für das eine Negativempfehlung ausgesprochen wurde, sollte man Personen, die gerne zusätzlich Vitamine einnehmen möchten, um etwas Gutes für Ihre Gesundheit zu tun, nicht davon abhalten.  Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass eine Einnahme von Vitaminen kein Ersatz für eine gesunde Ernährung ist. 

Zudem sollten unbedingt die geltenden Dosisempfehlungen eingehalten werden. Höhere Dosen, z.B. von Vitamin A oder D, können schädlich sein. Vitamin A kann in etwas größerer Menge zu einer Verminderung der Knochenmineralisierung führen, in sehr hohen Mengen kann es zu Leberschädigungen führen oder Fehlbildungen beim Fötus hervorrufen.

Januar 2004

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