Erfreulich: Immer mehr Knochenmarkspender...

Die Deutsche Knochenmarkspendedatei (DKMS) ist mit knapp 1,1 Millionen möglichen Spendern die weltweit größte Knochenmarkspenderdatei. Allein im Jahr 2003 wurden mehr neue potenzielle Spender (158 500) in die Datenbank aufgenommen als je zuvor.

In Deutschland werden alle potenziellen Knochenmarkspender im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm registriert. Dieses Register enthält mehr als 2.000.000 mögliche Spender und stellt knapp ein Viertel der weltweit registrierten ca. 8.500.000 Spender bereit (Stand: Juni 2003). Die Werbung und Betreuung von Spendern wird in Deutschland von ca. 40 Spenderdateien unterhalten, von denen die 1991 gegründete Deutsche Knochenmarkspendedatei die größte darstellt - von ihr wird etwa die Hälfte aller deutschen Spender betreut.

Mit einer Knochenmarks- bzw. Stammzelltransplantation können Erkrankungen des blutbildenden Systems behandelt werden. Man unterscheidet eine allogene Knochenmarkstransplantation, bei der Stammzellen von einem gesunden Spender auf einen erkrankten Empfänger übertragen werden, wobei eine Gewebeverträglichkeit (weitgehende Übereinstimmung des HLA-Antigen-Systems) zwischen Spender und Empfänger Voraussetzung ist, und eine autologe Knochenmarkstransplantation, bei der eigene Stammzellen verwendet werden.

Am häufigsten wird die (allogene) Stammzellspende bei verschiedenen Leukämieformen eingesetzt (akute Leukämie, Chronische myeloische Leukämie), daneben auch bei chronischen Erkrankungen des blutbildenden Systems, z.T. auch auch bei malignen Lymphomen. 

Vor einer Stammzellentransplantation wird der Patient mit einer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt, wodurch seine kranken blutbildenden Zellen vollständig zerstört werden sollen. Zudem soll auch das Abwehrsystem unterdrückt werden, damit es zu keinen Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation kommt. Bei der Transplantation selbst werden die Stammzellen des Spenders, die am Vortag oder am Transplantationstag gewonnen wurden, in Form einer Transfusion (ähnlich wie bei einer Bluttransfusion) intravenös verabreicht. Die transplantierten Zellen werden über das Blut im Körper des Patienten verteilt und nisten sich in den Knochenhohlräumen ein, wo sie beginnen, neue Blutzellen zu bilden. Während der gesamten Behandlungszeit besteht beim Patienten ein hohes Infektionsrisiko, weshalb auf eine keimfreie Umgebung geachtet werden muss.

Die Entnahme von Stammzellen erfolgt bei einem geeigneten Spender (d.h. wenn passende Gewebemerkmale vorliegen, wenn Risiken für die Gesundheit des Spenders ausgeschlossen werden können, nach einer Bestätigungstypisierung und nach einem umfassenden Gesundheits-Check) auf eine der folgenden Arten:

a) Knochenmarkentnahme

Dem Spender wird - unter Vollnarkose - ca. 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen (Beckenkamm) entnommen. Dies entnommene Menge bildet sich innerhalb von zwei Wochen wieder nach.

b) Periphere Stammzellentnahme 

Dem Spender wird einige Tage lang ein Wachstumsfaktor (körpereigener hormonähnlicher Stoff), der die Stammzellenbildung stimuliert, die dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gewonnen werden können.

Bei 40-80% der transplantierten Patienten verläuft die Behandlung erfolgreich. Ein von der DKMS betreuter Spender kann Informationen über den Behandlungserfolg der Transplantation erhalten, zwei Jahre nach der Transplantation kann, wenn dies von beiden Seiten gewünscht ist, ein direkter Kontakt zwischen Spender und Empfänger vermittelt werden.

Januar 2004

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