Sind Handys schädlich für Jugendliche?..
Handys sind aus dem heutigen Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Doch ist es wirklich unbedenklich, wenn Kinder und Jugendliche ständig und lange ihre Handys im Einsatz haben? Es wird zwar seit langem intensiv an möglichen gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks geforscht, genaue Ergebnisse, insbesondere Langzeitstudien, stehen jedoch noch aus.
Die vom Handy abgegebene hochfrequente elektromagnetische Strahlung kann im Körper zur Bildung von Wärme führen. Diese thermische Strahlung erhöht vor allem die Temperatur direkt am Ohr und in den benachbarten Kopfbereichen. Eine Gewebeerwärmung kann z.B. zur Entstehung des Grauen Stars führen.
Der sogenannte SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) gibt an, wie viel Energie vom Körper aufgenommen wird. Je höher der SAR-Wert ist, desto mehr Energie dringt in den Körper ein und desto eher kann es zu gesundheitlichen Schäden kommen. Handys mit einem SAR-Wert bis zu 0,6 Watt pro Kilogramm Körpergewicht (W/kg) gelten laut "Blauem Engel" als strahlungsarm, der maximal zulässige Wert für die Strahlung liegt bei 2 W/kg. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, da bei ihnen die Schädeldecke dünner ist als bei Erwachsenen und das Nervensystem noch im Aufbau begriffen ist (ein 5-Jähriger nimmt ca. 60% mehr Strahlung auf als ein Erwachsener).
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS)iegt die Strahlung bei ca. drei Viertel der in Deutschland erhältlichen Handys nicht innerhalb der Grenzwerte des Blauen Engels, d.h. ihr SAR-Wert liegt über 0,6 W/kg, sie sind daher nicht als "strahlungsarm" einzustufen.
Das BfS fordert, den SAR-Wert direkt auf dem Handy und nicht nur, wie bisher, in der beiliegenden Bedienungsanleitung anzugeben. Eine Aufstellung der SAR-Werte der meisten in Deutschland erhältlichen Handys hat das BfS auf seiner Internetseite unter http://www.bfs.de/elektro/hff/oekolabel.html veröffentlicht.
Eine beim BfS erhältliche Broschüre "Mobilfunk: Wie funktioniert das eigentlich? Tipps und Informationen rund ums Handy" gibt u.a. Tipps, wie man beim Telefonieren möglichst wenig Strahlung ausgesetzt wird. "Mit dieser Broschüre wenden wir uns direkt an Jugendliche. Neben leicht verständlichen Informationen zur Funktionsweise des Mobilfunks erfahren sie, was es mit der hochfrequenten Strahlung auf sich hat und wie man beim Telefonieren mit dem Handy ganz einfach weniger Strahlung abbekommt", so Dirk Daiber, Pressesprecher des BfS.
Diese Broschüre kann bezogen werden
a) Download unter http://www.bfs.de/elektro/papiere/brosch_mobilfunk.html (1,5MB pdf-Datei)
b) kostenlos beim:
Bundesamt für Strahlenschutz
Postfach 100149
38201 Salzgitter
Tel: 018887333-1130
Fax: 01888/333-1150
Info@bfs.de
Ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und dem Einwirken von Mobilfunk-Strahlung konnte übrigens nicht nachgewiesen werden.
Bei Dauergesprächen auftauchende Symptome wie Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust und Schlafstörungen sind auf die nicht-thermische Strahlung der Handys zurückzuführen, welche Stoffwechselvorgänge und Stabilität von Gehirnzellen beeinflusse (Studie von Gerald Hyland).

